Kapitalerhöhung
Bund hält 90 Prozent an Hypo Real Estate
Etappenziel endlich erreicht: Eine Woche nach der turbulenten Hauptversammlung der angeschlagenen Hypo Real Estate (HRE) ist die Bank mehrheitlich in Staatsbesitz.
Eine Woche nach der turbulenten Hauptversammlung der angeschlagenen Hypo Real Estate - Vorstandsvorsitzende der Hypo Real Estate (HRE), Axel Wieandt (r.) und der Aufsichtsratsvorsitzende der HRE, Michael Endres, ist die Bank mehrheitlich in Staatsbesitz.
Foto: DDP
München. Über den Finanzmarktstabilisierungsfonds SoFFin kontrolliere der Staat nun 90 Prozent der HRE-Aktien, teilte der Immobilienfinanzierer am Montag in München mit. Der SoFFin hatte gut 986,5 Millionen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung übernommen, die vergangenen Dienstag auf dem außerordentlichen Aktionärstreffen mit der Stimmenmehrheit des Bundes in München beschlossen worden war. Die übrigen Aktionäre waren vom Bezug der Aktien ausgeschlossen, was zu wütenden Protesten vieler Kleinaktionäre geführt hatte.
Der von der Finanzkrise hart getroffenen HRE fließen so nun knapp drei Milliarden Euro zu. Vorstandschef Axel Wieandt machte in der Mitteilung allerdings nochmals klar, dass die Bank weiteres Geld braucht, um über die Runden zu kommen. Auch in diesem und im kommenden Jahr sei mit Verlusten zu rechnen. Bislang hat die HRE Hilfen von mehr als 100 Milliarden Euro bekommen.
Der Bund will daher auch die verbliebenen Aktionäre aus dem Unternehmen drängen, um freie Bahn bei der Hypo Real Estate zu haben. Dies soll über eine Zwangsabfindung erfolgen, die auf der Hauptversammlung der HRE am 13. August in München beschlossen werden könnte. Möglich ist dies aber auch bei einem weiteren außerordentlichen Treffen zu einem späteren Zeitpunkt.
Die Grünen im Bundestag forderten indessen Schadenersatzklagen gegen Ex-Manager der Hypo Real Estate (HRE). „Es ist erstaunlich, dass die Bundesregierung bisher nicht auf eine Klage hingewirkt hat“, sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Gerhard Schick, am Montag „Handelsblatt.com“. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) schiebe ständig die Verantwortung für das Scheitern der HRE auf den ehemaligen Vorstand. „Dann sollte er auch Schadenersatz einfordern. Spätestens, wenn die Kapitalerhöhung realisiert ist und die HRE voll verstaatlicht, muss der Bund hier tätig werden.“





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