11.10.12

Tierwelt Oktopus warnt Feinde mit Blaulicht vor seinem Angriff

Oktopus enthüllt blitzartig seine blauen Ringe

Foto: DPA

Oktopus enthüllt blitzartig seine blauen Ringe Foto: DPA

Ein Oktopus legt mit Hilfe seiner Muskeln schillernde Ringe frei, um dadurch seine Feinde abzuschrecken. Er gehört zu den giftigsten Tieren.

Cambridge. Mit einem ganz besonderen Blaulicht warnt ein Oktopus seine Feinde. Wenn er gestört wird, bildet der kleine giftige Krake blitzschnell bis zu sechzig schillernde blaue Ringe an seiner Oberfläche. Amerikanische Biologen fanden nun heraus, wie der Krake diese schnelle Warnreaktion zustande bringt: Der Trick ist eine Kombination von Muskelbewegungen mit einer bereits fertigen, aber verdeckten Farbstruktur, berichten die Forscher im britischen "Journal of Experimental Biology".

Das leuchtende Blau der Ringe ist keine gewöhnliche Farbe, sondern entsteht durch Lichtreflexion in vielen dicht gepackten Gewebeschichten. Solche Strukturfarben seien auch von Vogelfedern und Schmetterlingsflügeln bekannt, berichtet Lydia Mäthger vom Marine Biology Laboratory in Woods Hole (USA). Der inklusiv seiner Arme nur einige Zentimeter große Oktopus (Hapalochlaena lunulata) nutzt jedoch zusätzlich seine Muskeln, um einen besonderen Effekt zu erzeugen.

Die Methode, mit der er innerhalb von einer Drittelsekunde seine Warnung zeigt, ähnelt nach Angaben der Forscher eher der Blende einer Kamera. Die Licht reflektierenden Zellen sitzen in einer Gruppe in der Haut des Tieres und werden in Ruhe von einer ringförmigen Hautfalte bedeckt. Bei einer Störung entspannen sich ruckartig Muskeln in der Haut über der Gruppe, andere Muskeln am Rand kontrahieren, und der leuchtende Ring tritt schlagartig hervor – noch akzentuiert durch dunkle Hautpartien im Zentrum und um den Ring herum.

"Diese Signalmethode wurde bislang noch nie gesehen", sagte Mäthger. Die Technik ist eine sinnvolle Warnung: der Blauring-Oktopus ist eines der giftigsten bekannten Tiere. Mit einem Biss kann er ein Nervengift injizieren und damit sogar einen Menschen töten.

Viel verbreiteter sind bei den Kraken allerdings die sogenannten Chromatophoren, kleine mit Farbstoff gefüllte Säckchen, die blitzschnell mit Muskeln gedehnt werden können.