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Zusammenleben

BEZIEHUNGEN: FRAUEN REDEN, MÄNNER WOLLEN WAS ERLEBEN

Auf die Freundschaft!

Jeder hat durchschnittlich 3,3, sagt das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung. 15 Prozent der Deutschen sagen, sie hätten gar keine. Ohne sie sterben wir statistisch gesehen früher - und einsam. Wer sie gut behandelt, erhöht seine Lebenserwartung sogar um fast ein Viertel. Die Rede ist von Freunden! Was macht sie besonders, was unterscheidet Frauen- und Männerfreundschaften? Wir nahmen beide unter die Lupe.

Frauen sagen, nur unter ihresgleichen gibt es wahre Freundschaft. Das gleiche behaupten aber auch Männer. Fakt ist: Die Mehrheit der Freundschaften entstehen unter Frauen bzw. unter Männern. Gemischte Doppel sind eher selten. Ein Leben ohne die beste Freundin können sich die meisten Frauen nicht vorstellen: Mit ihr verbinden sie sowohl Spaß haben, ausgehen und feiern, als auch seelische Unterstützung bei Problemen. Sie ist Vertraute und Verbündete, sie darf als Einzige die ungeschminkte Wahrheit sagen. Aber wehe, wenn es aus ist, wenn beste Freundinnen sich trennen. Denn dann kann aus der nächsten Vertrauten plötzlich die schlimmste Feindin werden.

Befreundete Männer regeln das meistens sportlich: Wenn es ein Problem gibt, wird der Konflikt direkt ausgetragen und der Ärger bei einem gemeinsamen Bier heruntergespült. So wie bei Simon Aust (30) und Norman Habenicht (31), die sich zum ersten Mal bei einem Tennisturnier 1987 begegneten. Eine richtige Krise gab es während der fast 20 Jahre eigentlich nicht. Aber beim Fußball geraten beide laut Fragebogen grundsätzlich aneinander. Wie sie diese "Krisen" meistern? "Mit einem müden Lächeln und einem kühlen Bier nach dem Schlusspfiff", sagt Norman. Und Simon ergänzt: "Wir sind beide nicht sonderlich nachtragend. Insofern ist das schnell gegessen, wenn wir uns mal gestritten haben."

Und dann herrscht erst mal schweigen im Walde

Bei Anke Meyer (43) und Birgitta Schöning (44) lief der erste ernste Streit nicht so unkompliziert ab. Die Freundinnen kennen sich seit der siebten Klasse, fuhren auch gemeinsam mit Ankes Eltern nach Spanien in den Urlaub. Dort krachte es ständig. "Ich wurde von meinen Eltern eher streng erzogen, Birgitta dagegen antiautoritär", erzählt Anke. Nach dem Urlaub herrschte Funkstille, bis Birgitta nach einigen Wochen als Erste auf ihre Schulfreundin zuging. Darüber gesprochen haben die beiden jedoch nie. "Wir haben es einfach ausgeschwiegen", sagt Anke. Diese Taktik hat sich auch in den Jahren danach bewährt. Auf die Frage, was sie am anderen nervt, fällt beiden schlichtweg nichts ein. Anke und Birgitta haben ihre Gegensätze mit der Zeit akzeptiert.

Viel offener gehen die Männer mit ihren Schwächen um. Simon stört es am meisten, wenn Norman wieder einmal unpünktlich zu einem Treffen kommt. Und Norman ist von Simons "teilweise leicht übertriebener aufbrausender Art" genervt. Was sie zusammenhält sind "ein gemeinsamer Sinn für Humor, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit". Birgitta schätzt an ihrer Freundin Anke am meisten, dass sie bei ihr genau weiß, woran sie ist. "Sie mischt sich nicht ein, gibt einfach nur Rat." Anke mag an ihrer Freundin am liebsten ihre "bedingungslose Loyalität, egal, worum es geht". Die bewies Birgitta, als Anke sich heimlich Ohrringe stechen ließ und ein Stecker eingewachsen war. "Ich wusste mir nicht anders zu helfen und hab mich von Birgitta mit heißen Nadeln und einer Kartoffel operieren lassen, während wir in der Küche einen Otto-Film sahen", sagt Anke. Ein Erlebnis, das beide zusammenschweißte.

Kein Klischee: Frauen reden, Männer kicken

Wie sich die Freunde einen perfekten gemeinsamen Tag vorstellen, zeigt auch, wie unterschiedlich Frauen und Männer ticken. Während Anke und Birgitta am liebsten unter sich bleiben zum "Wellnessen, Lachen und Erzählen", steht bei den Männern Fußball, Tennis und Feiern in geselliger Runde an. Eigentlich ist der Unterschied zwischen Männer- und Frauenfreundschaften ganz einfach: Die einen schreien sich auf dem Spielfeld an, die anderen stehen am Rand und bequatschen ihren Beziehungsstress.

 

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