Die Möbel-Trends 2008
Vom 14. bis zum 20. Januar 2008 findet in Köln die Möbel- und Einrichtungsmesse statt. Unter den 1400 internationalen Ausstellern präsentieren auch Hamburger ihr Angebot an Möbeln, Leuchten, Textilien und Accessoires. Hier schon mal ein Vorgeschmack.
Eine Kommode aus einer alten Waschmaschinentrommel? Eine Lampe, hergestellt auseinem ausgedienten Staubsauger? Hauptsache individuell, das ist einer der großen Trends auf der diesjährigen Möbelschau, der beispielsweise von den Hamburger Designern "Lockengelöt" präsentiert wird. Generell ist der Wunsch nach individualisierten Produkten und Einrichtungen - etwa durch Hightech-Produktion oder limitierte Editionen - auffällig.
Technik wird eher versteckt als zur Schau gestellt. Entsprechend dem Trend "Outside In" wird "von außen nach innen" gewendet, neu zusammengestellt, auf individuelle Bedürfnisse maßgeschneidert. Gegensätze werden lässig zu einem neuen harmonischen Ganzen kombiniert. Der Blick wendet sich von innen nach außen, die Grenzen werden durchlässig. Da verwundert es niemanden, dass ein österreichischer Designer ein Bad für den Balkon entworfen hat. Die Natur wird entweder importiert oder aber kurzerhand künstlich nachgebaut. Natürliche Materialien wie Holz und Fasern werden bevorzugt verarbeitet. Etwas außergewöhnlicher: Eierschalen, die in Kunststoff gepresst und als Paneele verarbeitet werden.
Dem Sinn für das Ausgefallene folgt der Trend "Neo Nature". Formen und Konstruktionen ahmen die Natur nach, erinnern an Einflüsse des Jugendstils. Formen wie Kugeln, Waben und Kristalle, knochige oder knotige Verästelungen und filigrane Konstruktionen, Materialien wie metallische Netzstrukturen und Schäume sorgen für Leichtigkeit. Die Formen wirken unfertig, gestaucht und verfremdet. Ein weiterer Trend ist der sanfte Übergang von einem Raum zum anderen und die Auflösung massiver Möbelkomplexe. "Wohnraum, Essraum und Küche werden offen gestaltet", bestätigt Ursula Geismann, Trend- und Designexpertin des Verbands der deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef.
Das wirkt sich auch auf Entertainment- und Multimedialösungen aus. "Die Gestaltung formschöner Möbel für die Installation von Hifi-Anlagen und Home-Entertainment sehen die Hersteller immer noch als große Herausforderung. Es gibt bereits mehrere akzeptable Vorschläge von Hochwertanbietern für die Integration der sieben kleinen - für eine optimale Akustik notwendigen - Lautsprecher in den Wohnraum. Auch stehen inzwischen elegante Einzelmöbel für den Flachbildschirm bereit", sagt Ursula Geismann. Neue technische Impulse revolutionieren die moderne Wohnwand. "Statt der kompakten Schrankwand, die sich dreißig Jahre kaum von der Stelle bewegte, finden Sie jetzt ganz neue, flexible, modular aufgebaute Wohnsysteme." Diese enthalten niedrige Elemente, können aufgrund des flacheren Bildschirms weniger tief und optisch feiner gestaltet werden und sind mit beweglichen Modulen zugunsten einer leichteren Installation der Technik ausgestattet, so die Expertin.
Das Material betreffend ist die große Zeit der Buche vorbei. Der Trend geht zu Nuss- und Obstbaum-Oberflächen, sei es massiv, furniert oder als fotorealistische Folie. Letztere wird inzwischen sogar mit dem jeweiligen holztypischen Duft versetzt. Auch dunkle Holzmöbel in Mahagoni, die zum Teil auf Biedermeier und Chippendale gestylt sind, sind wieder im Kommen. Im Kontrast dazu stehen Möbel mit glänzender Lackoberfläche. Neben dem Trendton Brombeere spielt hier Weiß eine tonangebende Rolle. Insgesamt wird das Wohnen in seinen Materialien und seiner Farbigkeit wärmer werden.
Auch das Zukunftsinstitut in Kelkheim identifizierte in einer Studie die "100 Top-Trends". Neben Phänomenen wie dem Aufstieg des "Öko-Chics" und "Mobile Style" kann die Entstehung einer neuen Mitte beobachtet werden, in der preiswerte, gut gestaltete Qualitätsprodukte perfekt vermarktet werden und "die Grenzen zwischen Design, Luxus und Low Budget verschwimmen". "Pimp my life" und das "Do-it-yourself-Prinzip" sind zwei weitere Trends, die zu den wichtigsten Konsumströmungen gehören. Das Selbermachen und vor allem das Selberverschönern ist angesagt.



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