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Journal

Nehmt mich endlich ernst!

Eltern akzeptieren oft nicht das Outfit ihrer Kinder. Sie kapieren nicht, dass Kleider eben doch Leute machen. Der Lebenstil der Freunde bestimmt den Alltag. Gibt es da überhaupt einen Kompromiss?

Ein riesiger Streitpunkt ist dein Aussehen. Was dir gefällt und wo du meinst, "trendy" auszusehen, finden deine Eltern es meist zu auffällig, verrückt, peinlich oder schlampig. Für dich ist es besonders wichtig, zu Gleichaltrigen zu passen und von ihnen anerkannt zu werden. Dazu gehört eben, dein Aussehen dem der anderen anzugleichen.

Dein persönlicher Geschmack richtet sich nach dem Trend, den du als cool empfindest. Deine Freunde haben verständlicherweise enormen Einfluss auf dich, und ihre Meinung ist bedeutender als die deiner Eltern. Der Lebensstil der Freunde bestimmt deine Welt, aus der du dich nicht ausgeschlossen sehen möchtest. Es ist daher weitaus schlimmer für dich, von ihnen kritisiert zu werden als von deinen Eltern.

Ausgeflippte Kleidung, sündhaft teure Markenware, Piercing oder Tatoo, bei jedem Trend willst du unbedingt mitziehen. Verbieten dir die Eltern, dass du "jeden Blödsinn" mitmachst, dann erlebst du sie fast als Feinde. Du befürchtest, dass sie dich dadurch in die Außenseiterrolle drängen und dich dem Spott der Clique aussetzen. Daher wehrst du dich gegen das für dich unsinnig erscheinende Verbot.

Besonders ärgert es dich, wenn die Eltern die Kritik damit begründen: "Was werden die Nachbarn über uns denken?" Was schert dich die Meinung irgendwelcher Nachbarn? Du möchtest, dass deine Eltern auf dich eingehen und nicht andere Leute wichtiger nehmen. Bei dieser "Nachbarn-Begründung" fühlst du dich von deinen Eltern total missachtet. Das treibt dich umso mehr zu deinem Wunsch, wenigstens in deinem Freundeskreis ernst genommen zu werden.

Deine Eltern wiederum befürchten, dass du alles nachahmst, dass du dich zu etwas verführen lässt, was du später bereuen könntest (zum Beispiel ein Tatoo).

Sie glauben dann, dass es dir an Persönlichkeit mangelt, wenn du glaubst, nur so bei Gleichaltrigen akzeptiert zu werden. Sie bezweifeln, ob das echte Freundschaften sind, wenn du dich so herrichten musst, um zu ihnen zu gehören. Sie wollen nicht, dass andere von dir einen falschen Eindruck bekommen, denn es tut ihnen weh, wenn andere schlecht über dich denken.

Deine Eltern könnten sich leichter gegen die anderen stellen, wenn sie deinen Geschmack teilen. Vielleicht denkst du: "Entweder sie nehmen mich, wie ich bin, oder sie können mich vergessen."

Diese Einstellung ist zum Teil richtig, doch gibt es auch Ausnahmen, zum Beispiel im Beruf. Sprich mit deinen Eltern über dieses Problem und versuche, Kompromisse zu finden. Dann wirst du bestimmt auch von ihnen ernst genommen!

Sarah Schaefer und Daniela Pretzel, R 9 b Schule Stübenhofer Weg.

 

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