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Journal

Versunkene Größe: Wer waren die Etrusker?

Der Legende nach sollen sie im 13. vorchristlichen Jahrhundert aus Kleinasien nach Mittelitalien eingewandert sein. Allerdings gibt es viele Theorien über die Herkunft der Etrusker, von denen keine einzige unumstritten ist. Etwa im neunten Jh. v.Chr. beginnt die Villanova-Zeit, eine noch weitgehend prähistorisch geprägte Kulturstufe. Doch schon im achten Jahrhundert gelten die Etrusker, von den Griechen "Tyrrhener" genannt, als wichtige Seemacht. Der Kontakt mit den Griechen prägt fortan ihre Kultur.

Die Etrusker nutzen Bodenschätze, sind geschickte Handwerker, haben ein beträchtliches künstlerisches Ausdrucksvermögen, und ihr blühender Handel macht ihre Küstensiedlungen wie Populonia, Vetulonia, Vulci, Tarquinia und Cerveteri im 7. Jahrhundert immer reicher. Das spiegelt sich auch im gestiegenen Repräsentationsbedürfnis der herrschenden Adelsschicht wider: Wer etwas auf sich hält und es sich leisten kann, erwirbt Gold- und Silbergefäße, die aus Phönikien, Ägypten oder Syrien importiert werden. Allerdings sind die Etrusker auch selbst in der Lage, Goldschmuck in höchster künstlerischer Qualität herzustellen.

Die Blütezeit und damit auch die Ära der größten Machtentfaltung fällt ins 6. Jahrhundert vor Christus. Das Volk, das aus bäuerlichen Ursprüngen binnen weniger Jahrhunderte eine faszinierende urbane Hochkultur entwickelt hat, bringt es zu enormen zivilisatorischen Leistungen, feiert

militärische Erfolge, treibt Handel mit weit entfernten Partnern und lebt in erstaunlichem Luxus. Doch seit dem späten vierten Jahrhundert werden die Städte Etruriens nach und nach von den Römern erobert.

Die Etrusker haben zwar eine eigene Schriftkultur besessen, aber außer Grabinschriften sind keine Chroniken oder literarischen Zeugnisse überliefert; und nahezu ihre gesamte Zivilisation ging in der römischen Kultur auf. Deshalb bilden die aufgefundenen Gräber samt ihren Grabbeigaben die einzigen originalen Quellen zur Kultur dieses antiken Volkes, das bis heute Rätsel aufgibt.M.G.

 

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