Zwar wird es noch einige Tage bis zum Release von "Belief and Betrayal" dauern - aber der Spieletester des Journals durfte schon mal einen Blick auf das Point & Click-Adventure werfen. Hinter den Glastüren der dtp-Firmenresidenz am Goldbekplatz führten Claas Wolter und Claas Paletta vom Entwicklerteam eine Testversion vor.

Genießer von "Da Vinci-Code - Sakrileg" haben vermutlich schon geahnt, dass der Stoff bald als virtuelles Abenteuerspiel auf den Markt kommen würde. Hier ist es kein Harvard-Symbologieprofessor, sondern der New Yorker Journalist Jonathan Danter, den ein aufgeregter Polizist am Telefon sofort zu Scotland Yard nach London befiehlt. Dort erfährt Danter, dass sein totgeglaubter Onkel Frank auf grausame Weise ermordet worden ist. Officer Coletti (der hier so schön zwielichtig ist wie Jean Reno als "Bezu Fache" in Browns Roman) sieht sich nur mit Danters Hilfe in der Lage, diesen Fall zu lösen, zu dem noch fünf weitere Leichen zählen. In London will Coletti Jonathan aus seinem Hotel entführen, aber im letzten Moment greift die junge Katrin McKendal (nicht ganz so attraktiv wie Audrey Tautou) ein und befreit den Journalisten. Gemeinsam versuchen die beiden nun, die Morde aufzuklären. Eine vatikanische Geheimorganisation namens "Legat" scheint darin verwickelt zu sein, denn alle Opfer kommen aus ihren Reihen.

Schon beim Intro fällt der voluminöse Sound buchstäblich ins Ohr. Auch optisch ist "Belief and Betrayal" gut gelungen. Viele der etwa 50 zu erforschenden Lokalitäten sind den Originalschauplätzen nachempfunden. Vorwiegend mit Jonathan und Katrin durchstöbert man Hotelzimmer, Villen, Arbeitsräume und sogar das Museum des Vatikans. Gefundene Gegenstände hortet der Spieler im Inventar, um sie später nutzen zu können. Um leichter die Schauplätze wechseln zu können, gibt es einen Stadtplan, auf dem alle wichtigen Orte eingezeichnet werden. Ein Klick genügt, und schon findet man sich am gewünschten Platz wieder - so entfällt nerviges Hin- und Hergerenne.

Als besondere Idee für kriminalistische Hobby-Forscher dient das "Ideeninventar", in das die Protagonisten selbstständig wichtige Informationen eintragen, um später darauf zurückgreifen zu können. Jonathan notiert sich hier, dass die Bücher in Onkel Franks Arbeitszimmer in scheinbar ungeordneter Reihenfolge standen. Doch die Zahlenkombination der Bände könnte später ein Geheimnis lüften, das hier nicht weiter verraten wird.

"Belief and Betrayal" ist mit viel Liebe zum Detail entwickelt worden. Trotz der finsteren Story stößt man immer wieder auf witzige Klischees: Im Hintergrund französischer Straßen stehen eben auch französische Autos, und der italienische Museumswächter hat einen Hang zu amore,sprich weiblichen Reizen. Mit 15 bis 20 Stunden Spielzeit dürften sich die Spieler einige gemütliche Abende lang gut unterhalten - ab dem 16. Februar.

www.beliefandbetrayal-game.de