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Journal

Drei, zwei, eins . . . Matthias Timm versteigert seine Lyrik per Internet

Auch Lyrik hat ihren Preis. Den Zeitgenossen, die glauben, Konsum habe vorrangig mit Schnäppchenkäufen zu tun, hält der Autor Matthias Timm (28) jetzt einen Spiegel vor: Er verkauft seine Poesie auf des Deutschen liebster Plattform. Im Internetauktionshaus Ebay soll jeden Tag eines von dreißig Gedichten versteigert werden.

Die Idee zu seinem Projekt "Was ist Lyrik wert?" kam dem Hamburger, als er merkte, in welch lächerlich niedrigen Auflagenzahlen Gedichte publiziert werden, wenn überhaupt. Wie kann es sein, fragte sich der Germanistik-Student, daß Poesie offenbar kaum wahrgenommen wird? Müßte sie als altmodisches Produkt vielleicht näher an den modernen Menschen gebracht werden? Gesagt, getan. Das Internet schien ihm dafür den passenden Rahmen zu bieten.

Am 10. Februar wird nun, nach einer Vernissage am Vorabend, das erste Gedicht online nach Geboten verkauft, und dann geht es einen Monat so weiter. Der Mindestpreis liegt jeweils bei einem Euro.

Ein kleines Risiko für den Käufer bleibt. Schließlich ist auf den Fotos im Netz der Text kaum entzifferbar. Immerhin erkennt man aber, worauf Matthias Timm seine Verse per Hand geschrieben hat: auf Holz, Dosen, Tassen oder Baumwolle. "Das sind sozusagen kleine Gemälde."

Timm hat noch mehr in der Schublade: Für seinen Roman "Bilbao" sucht er einen Verleger.

Alle Infos über den Ebay-Verkauf bei www.wasistlyrikwert.de

Vernissage zum Auftakt, Do, 9.2., ab 19 Uhr. LINDA, Hein-Hoyer-Straße 13.

 

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