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Journal

"Ein Auf und Ab der Gefühle"

Tim Ludwig (25, Foto) aus Oldenburg bei Bremen ist einer der besten deutschen Tischfußballspieler. Zuletzt war er Deutscher Meister im Doppel und steht auf Platz 1 der deutschen Einzelrangliste. Ludwig läßt sich zum Werbekaufmann ausbilden und trainiert in seiner Freizeit täglich zwei Stunden am Tisch. Bei den "Hamburger Einkaufstagen" warb er für die bevorstehende Weltmeisterschaft in der Fischauktionshalle.

JOURNAL: Wann sind Sie zum Tischfußball gekommen?

TIM LUDWIG: Mit 16 Jahren. Ich habe als Schüler angefangen, bei Freistunden im Cafe. Dann bin ich immer besser geworden, habe auch abends gespielt, wollte mehr erreichen und bessere Spieler kennenlernen. Die Motivation ist immer noch die gleiche: damals waren es die Freunde, die ich besiegen wollte. Heute ist es die Weltelite.

JOURNAL: Was ist der Reiz am Tischfußball?

LUDWIG: Daß man seinem Gegner nicht mehr als 60 Zentimeter entfernt gegenübersteht. Es ist ein schnelles Spiel, ein Auf und Ab der Gefühle.

JOURNAL: Welche Eigenschaften braucht ein guter Spieler?

LUDWIG: Er muß nervenstark sein. Zu 80 bis 90 Prozent ist es eine Kopfsache. Wir müssen uns konzentrieren und immer fokussiert sein. Jeder Fehler wird sofort bestraft.

JOURNAL: Gibt es eine Profi-Szene?

LUDWIG: In den USA gibt es zwischen 10 und 20 Spieler, die von den Preisgeldern leben können. So weit sind wir hier noch nicht. Bei dieser Weltmeisterschaft wird auch kein Preisgeld gezahlt.

JOURNAL: Was ist Tischfußball denn nun: Spiel oder Sport?

LUDWIG: In den Kneipen mag es ein Spiel sein. Auf unserem Niveau ist es Sport. Jede Aktivität, die des Trainings und der Übung bedarf, bei der man schwitzt und die nicht auf Zufall basiert, ist Sport.

JOURNAL: Ihr Sport heißt Tischfußball. Was hat das ganze mit Fußball zu tun?

LUDWIG: Eine direkte Verbindung gibt es nicht. Aber wir versuchen zumindest, mit einem Fuß den Ball ins Tor zu bekommen!

 

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