Jagdszenen und Mord in ostdeutschen Wäldern
Ost-West-Krimi
Als es für den Bochumer Autor Werner Schmitz nach Veröffentlichung seines dritten, hochgelobten Krimis "Auf Teufel komm raus" (1987) richtig gut zu laufen schien, schickte er seinen erfolgreich ermittelnden Reporter Hannes Schreiber schon wieder in den Ruhestand. Schmitz arbeitet für den Stern, Themenschwerpunkt Kriminalität. Für einen Bericht über Jägermeister legte er sogar selber die Jägerprüfung ab.
Das Ergebnis ist nun sein vierter Krimi. Hannes Schreiber ist wieder da! Als Reporter eines Hamburger Magazins spürt der Freizeitjäger, begleitet von seiner Hündin Goethe, im ostdeutschen Busow einem westdeutschen Adligen nach, der einen Wolf erschossen hat. Die vermeintliche Wilderei stellt sich als Gnadenschuss heraus, der Wolf war bereits von einem Unbekannten angeschossen worden; der Baron entpuppt sich als umgänglicher Mensch. Er lädt Schreiber zu einer Jagd ein - die endet für einen der Teilnehmer tödlich. Der Reporter wittert seine Story, stößt auf einen ungeklärten Mord und trifft eine verflossene Liebe wieder . . . Gespickt mit viel Fachsprache serviert Schmitz eine Geschichte, deren eigentliches Thema Grenzgänge sind: West-Ost-Barrieren und ihre Überwindung, deutsch-deutsche Vereinigungsprobleme und ihre Opfer. Recht komplex gelingt Schmitz das Kunststück, neben kurzweiliger Unterhaltung mit flotter Schreibe ein großes Thema anzupacken.
Werner Schmitz: Schreiber und der Wolf. Grafit, 190 S.; 7,90 Euro.



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