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Journal

Wenn Naddel, Dieter und Daniel dichten: Da dreht sich Goethe im Grab um

Da dreht sich Goethe bestimmt im Grab um, in einem Land der Dichter und Denker erblüht eine neue Form der Literatur: Naddel, Daddel, Dudel.

Wer kennt das nicht? Man kommt in eine Buchhandlung, und wohin man auch blickt, überall häufen sich Bücher mit Titeln wie zum Beispiel "Nichts als die Wahrheit" von Dieter Bohlen, oder "Ich lebe meine Töne" von Daniel Kübelböck. Die Stars beschreiben ihr Leben, ihr Liebesleid, ihren Beruf und ihre Gefühle. Geben Sie es zu, auch Sie haben sich den Buchdeckeltext dieser Bücher durchgelesen. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Biografien die Bestsellerlisten besetzen.

Doch als wir Passanten auf das Lesen von Star-Biografien ansprachen, antworteten diese: "Ich lese keine Lebensgeschichten von Stars, das interessiert mich nicht", "Die wollen sich doch nur wichtig machen", "Das ist pure Geldgier" oder "Solche Biografien sind total überflüssig".

Demnach muss man sich doch fragen, warum diese Art von Büchern fast so regelmäßig wie "Harry Potter" über den Ladentisch gereicht wird? Liegt es an der guten Werbung? Oder sind es allgemein die Medien, die diese Bücher vermarkten? Animieren die News über die Promis, die in den Illustrierten ständig veröffentlicht werden, zum Kauf? Die Nachfrage nach Biografien steigt stetig, ein Ende ist nicht in Sicht.

Warum lesen so viele so gerne über das Leben eines Sportlers oder dessen Geliebter? Diese Bücher sind leicht zu lesen, man braucht kein Wörterbuch neben sich liegen zu haben. Jeder versteht sie. Viele sehen in diesen Stars ihre Vorbilder und finden es daher interessant, ihr Leben zu verfolgen, ein Leben, das sich viele heimlich wünschen, aber nie verwirklichen können.

Teilweise handelt es sich sicherlich auch um Sensationslust und vielleicht sogar um Schadenfreude. Auf die Frage, ob alle Biografien überflüssig seien, antwortet fast jeder automatisch mit "Nein". Menschen, die etwas geleistet oder in der Geschichte eine wichtige Rolle gespielt haben, dürften niemals auf eine Biografie verzichten. Keiner gibt zu, über das Leben von Daniel Kübelböck zu lesen, aber Lebensläufe von Politikern, Schriftstellern und geschichtlichen Persönlichkeiten gelten als interessant und nicht wegdenkbar aus der deutschen Literatur.

Also darf man Biografien von Stars und Sternchen nicht mit Lebensläufen von Napoleon, Goethe oder Heinrich Heine vergleichen.

Überlegen Sie sich doch für die Zukunft, auch Ihre eigene Biografie zu verfassen. Heutzutage hat jeder die Möglichkeit, sein Leben zu veröffentlichen. Warum publizieren Sie dann nicht auch Ihr eigenes? Wir sind gespannt auf Ihre Geschichte und freuen uns, Sie in jeder Buchhandlung auf den Bestsellerlisten zu finden.

Theresa Lohmeyer, Dennis Economidis, David Pröwrock und Pauline Hinse, 10 c Albert-Schweitzer-Gymnasium

 

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