Der ultimative Verkäufer-Test
Sie sind gestresst, in Eile, müssen noch schnell etwas einkaufen und werden auch noch von der unfreundlichen Verkäuferin angeschnauzt. Vielleicht kennen Sie das und fragen dann ratlos: Wo sind die freundlichen Verkäufer dieser Stadt? Und was ist aus dem uns allen bekannten Slogan: Der Kunde ist König geworden? Bei dem Versuch, diese Frage zu beantworten, haben wir uns auf die Suche nach freundlichen Verkäufern gemacht.
Wir sind als Erstes zu C&A in der Hamburger Innenstadt gegangen: Wir haben dort einige Kleidungsstücke ausgesucht und uns an der Kasse angestellt. Endlich waren wir mit dem Bezahlen an der Reihe, doch wir hatten zufällig unser Geld vergessen. Hinzu kam: Wir bemerkten es erst, als der Verkäufer bereits alles eingescannt und verpackt hatte. Bei 83 Euro höchst ärgerlich! Doch der Kassierer reagierte äußerst freundlich. Seine Kollegin dagegen war ziemlich unerfreut, zeigte es aber erst, nachdem wir weg waren, wie wir bemerkten, als wir einen Blick zurück über die Schulter warfen.
Der nächste Weg führte uns zu Theves und Co. Hier war es nicht sehr voll. Mit einigen Artikeln stellte sich Mirja zum Bezahlen an die Kasse. Dabei telefonierte sie in aller Seelenruhe. Sie telefonierte auch noch, als sie nun eigentlich ihr Portemonnaie hätte zücken sollen. Die Verkäuferin war ziemlich erstaunt, als sie immer noch weiterplauderte, obwohl sie gebeten wurde zu zahlen. Nachdem Mirja ihr einen Schein gereicht hatte, schmiss die Verkäuferin ihr das Wechselgeld nur so entgegen. Ergebnis: Selbst bei leerem Laden reagierte die Verkäuferin zickig.
Wenn man in einem vollen Kaufhaus ist und sich nicht zurechtfindet, möchte man nicht auch noch unfreundlich behandelt werden. Doch manche Verkäufer - zum Beispiel bei H&M - sind es, obwohl man nur gefragt hat, wo die Daunenjacken sind. Die Antwort: "Daunenjacken haben wir nicht. Guck doch bei den Winterjacken." Nicht gerade die feine englische Art!
Schließlich noch ein Test bei Ansons: Dort inszenierten wir den schönsten Streit. Wir haben uns gegenseitig angeschrien, angezickt und geschubst. Aber kein Verkäufer weit und breit machte uns deshalb Vorwürfe. (Aber dafür haben sie interessiert zugesehen.)
Sie stehen vor den Nagellackflaschen, deren Farben so verführerisch leuchten, und würden ja so gerne sehen, wie sie an Ihren Nägeln aussehen? Wir haben es getan! Das Ergebnis: Dreißig perfekt, weil mehrfach lackierte Fingernägel und eine deutlich leerere Flasche! (Nur dass wir die Flasche vorher gekauft hatten, ohne dass die später befragte Verkäuferin es gesehen hatte.) Danach sind wir mit noch nicht ganz angetrocknetem Nagellack und Flasche in der Hand zu einer Angestellten gegangen und haben sie gefragt, ob der Nagellack uns stünde. Sie erwiderte, anscheinend ohne bemerkt zu haben, dass wir den Nagellack schon getestet hatten: Uns jungen Leuten würde einfach alles stehen. Und gab uns obendrein noch Lackiertipps. Wir fanden sie ausgesprochen hilfsbereit!
Zum Schluss kam der Test, der uns mangels Erfahrung am schwersten fiel: Eine schwangere 15-Jährige kommt in die Babyabteilung und fragt nach der Größe der Neugeborenenkleidung. Reaktion der Verkäuferin: Sie zeigte uns kurz, wo die Größen hängen und ging gleich wieder.
Als wir sie später darauf ansprachen, ob sie angesichts der doch sehr jungen werdenden Mutter nicht schockiert gewesen sei, sagte sie nur: "Es hat mich schon sehr gewundert. Ich dachte, es könne doch nicht angehen." Fazit: Es ist wirklich Glückssache, an was für einen Verkäufer man gerät. An alle gestressten Einkäufer: Good Luck.
Tanja Meyer-Venecia, Mirja Grunow und Vanessa Thiele, 9 b Gymnasium Ohlstedt



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