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Journal

Hamburg: Der Knast von innen

Die Untersuchungshaftanstalt Hamburg ist sehr gut ausgestattet mit ihren 737 Haftplätzen für Männer und 64 für Frauen. Es gibt insgesamt 148 Kameraüberwachungen und entsprechend viele Monitore. Die U-Haft Hamburg besitzt mehrere Komplexe und auch ein Zentralkrankenhaus. Der älteste Komplex ist 130 Jahre alt und der neueste ist sechs Jahre alt.

Es gibt mehr deutsche Gefangene als ausländische. Der Ausländeranteil beträgt 30 bis 40 Prozent. Die Gefangenen, die meist Schwarzfahrer, Diebe oder Mörder sind, tragen ihre Privatkleidung. Die Kleider bekommen sie von ihren Verwandten, die sie regelmäßig besuchen.

Der Besucher darf nur eine halbe Stunde mit den Gefangenen sprechen. Es gibt im Jahr durchschnittlich 10 000 Familien-Besuche für Gefangene und 16 000 Besuche von Rechtsanwälten.

Manche Gefangenen dürfen keinen Besuch bekommen, weil sie dann etwas mit dem Partner abmachen könnten. Der Besitz von Handys, Bargeld und wertvollem Schmuck, Rasierklingen und Streichhölzern, eigenen Möbeln, Drogen und Waffen, Computern Hifi-Anlagen und Kassetten ist nicht gestattet.

Die Gefangenen haben auch ihre Freizeit, in der sie bei einer Skat- und Schachgruppe, Mal- und Zeichengruppe oder einer Tischtennis- und Kraftsportgruppe mitmachen können. Sie können auch in die Gefangenenbücherei gehen oder bei einem Gesprächskreis interner und externer Mitarbeiter teilnehmen.

Die Gefangenen dürfen eine Stunde am Tag auf einen von den insgesamt sieben Höfen. Dort werden sie videoüberwacht, aber in ihren Hafträumen nicht. Ein Haftraum besteht aus Stuhl, Tisch, Klo, Waschbecken und Bett. Es gibt unterschiedlich große Hafträume. Die Hafträume für eine Person sind acht bis zehn Quadratmeter und die großen Hafträume für sechs Personen sind 20 Quadratmeter groß.

Manchmal gerät ein Gefangener außer Kontrolle und wird dann in eine Einzelzelle gebracht, damit er sich wieder beruhigt. Falls ein Gefangener zum Gericht muss, geht er durch einen unterirdischen Gang zum Gericht neben der Untersuchungshaftanstalt. Bis jetzt gab es bei Schlägereien keine Toten. Es gab einmal einen Vorfall, bei dem ein Gefangener über die Mauer geklettert ist, aber dabei von einem Beamten auf einem der acht Türme angeschossen und später von der Polizei zurückgebracht wurde.

Die Vollzugsbeamten sind nicht bewaffnet. Bei Notfällen holen sie sich eine Pistole oder einen Schlagstock. Einige Beamte haben Tagesdienst und arbeiten 40 Stunden in der Woche und andere haben Schichtdienst. Ein Vollzugsbeamter, der zwei Kinder hat und fünf Jahre hier arbeitet, verdient netto 2000 Euro im Monat. Um ein Vollzugsbeamter zu werden, braucht man einen Real- oder Hauptschulabschluss, und man muss mindestens 23 Jahre alt sein. Natürlich braucht man auch starke Nerven, da man manchmal von Gefangenen bedroht wird.

Fatih Ertugrul und Mesut Yesil, 9 b Gymnasium Billstedt

 

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