Scheidung, neue Liebe. Doch was ist mit den Kindern?
"Papa ist auf Geschäftsreise", diesen Satz hören immer mehr Kinder heutzutage, wenn sie ihre Mütter nach ihren Vätern fragen. Warum kommt er denn nicht wieder oder warum hat er eine eigene Wohnung? Warum sehe ich ihn nur so selten? Fragen über Fragen und unehrliche Antworten, weil die Eltern selber nicht wissen, wie sie damit umzugehen haben oder wie sie es den Kindern beibringen sollen.
Jede dritte Ehe in Deutschland endet vor dem Scheidungsrichter - Tendenz steigend. Aber was ist mit den Kindern? Scheidungskinder, die alt genug waren, um zu realisieren, was in der Familie wirklich los war, hatten es oft nicht leicht. Einige ahnten die Trennung schon im Voraus, wenn sie täglich die Streitereien der Eltern mitbekamen, und waren froh, dass sich die Eltern endlich trennten.
Aber andere wiederum waren sehr traurig und konnten es nicht fassen, dass sich die Eltern tatsächlich scheiden ließen. Sie mussten mit ansehen, wie dadurch die Familie zerbrach. Sie litten unter den Streitereien der Eltern und wussten nicht, was sie tun könnten.
Nicht selten war es früher so, dass die Eltern noch mal versuchten, zum Wohl des Kindes zusammenzubleiben. Aber heutzutage ziehen die Eltern schnell einen Schlussstrich und widmen sich einem neuen Lebensabschnitt.
Wer sagt, dass die Kinder die Scheidung schnell verdauen können? "Meine Mutter dachte immer, dass ich mit der Scheidung sehr gut zurecht komme, ich habe aber sehr lange gebraucht, um die Scheidung zu verkraften, und war auch oft sehr traurig, dass ich meinen Vater nicht mehr so oft sehen konnte", erzählt uns Marco P. (16), dessen Eltern sich vor drei Jahren trennten.
Viele Eltern wissen aber auch nicht, wie sie mit ihren Kindern nach der Scheidung umgehen sollen, und dadurch, dass viele Kinder keine Emotionen nach außen hin zeigen, machen sie es ihren Eltern auch nicht leichter. "Ich hätte es besser gefunden, wenn ich und meine Mutter über unsere Gefühle nach der Scheidung meiner Eltern geredet hätten. Stattdessen hatte ich das Gefühl, dass sie von mir erwartet, dass ich mit der Situation von heute auf morgen klarkomme", erklärt Katharina B. (15).
Einige Scheidungskinder wollen trotz der schlechten Erfahrungen ihrer Eltern heiraten und eine Familie gründen, um es besser als ihre eigenen Eltern zu machen. Andere wollen wiederum nicht heiraten und Kinder haben, um ihnen das zu ersparen, was sie selbst in ihrer Kindheit durchmachen mussten.
Susi Fedai und Karin Tran, 10 b Margaretha-Rothe-Gymnasium



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