Das alte Dorf irgendwo in Deutschland
Felder, Wiesen und Wälder. Scheune, Schauer und Hof. Anger, Gassen und Wege. Ja, so tauchen sie wieder vor uns auf, die alten Dörfer, in denen viele von uns aufgewachsen sind, in denen die Zeit anders tickte, damals, in den ersten Jahren nach dem Krieg. Heinz-Wilhelm Bertram, 47, Autor und Sportjournalist, hat dem bäuerlichen Dorf seiner Jugend, irgendwo mitten in Deutschland, ein literarisches Denkmal gesetzt. "Sprich, altes Dorf" erzählt die Geschichte des Flüchtlingskindes, das dem Nordwestwind lauscht, sich am Kartoffelfeuer wärmt und dem Vater zuhört, dem Waldläufer, der dem Jungen die Wunder der Natur erklärt: "Solche Farben malt nur der Wald." Diese wortreich und liebevoll beschriebene Idylle aber, als die Ziege neben der Waschküche noch ein Faustpfand zum Überleben war, ist Vergangenheit. Das Dorf wurde zum modernen, leb- und geruchlosen, durchgestylten Ort von der Stange. Spätestens als die beiden steinalten Eichen fielen, hatte es seine Unschuld verloren.
Heinz-Wilhelm Bertram: Sprich, altes Dorf. Books on Demand, 128 S.; 22,80 Euro, ISBN 3-8330-0837-7.



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