Alkohol: Drogenbeauftragte fordert Verzicht
Weihnachten ohne Wein?
Bei der Bundesdrogenbeauftragten Sabine Bätzing (33, SPD) gibt es zu Weihnachten keine Gans. Also auch kein Glas Wein zur Gans. Und auch keins ohne...
Bei der Bundesdrogenbeauftragten Sabine Bätzing (33, SPD) gibt es zu Weihnachten keine Gans. Also auch kein Glas Wein zur Gans. Und auch keins ohne Gans. "Ich werde Orangensaft trinken und Mineralwasser, und am Abend werde ich mir einen schönen Tee gönnen", sagte sie in einem epd-Interview.
Abgesehen davon, dass Frau Bätzing auch feste Nahrung zu sich nehmen sollte: Viele Bundesbürger werden ihr eine gute Saftkur wünschen und sich wieder der Glühweintheke zuwenden. Aber ihr Vorsatz hat, man ahnt es schon, einen volkspädagogischen Grund: Sie möchte "ein breites Bewusstsein" schaffen, dass man am Fest auch auf Alkohol verzichten kann. Die Verzichtskampagne heißt "Weiße Weihnacht" und kommt aus Schweden. Bätzing möchte vor allem die 2,65 Millionen Kinder in Deutschland schützen, deren Eltern alkoholabhängig sind.
Nun kann man fragen: Hält denn diese Kampagne alkoholabhängige Schweden und Eltern vom Trinken ab? Hilft es den Kindern, wenn andere Eltern nicht trinken? Nein. Aber sie hat recht: Alle Eltern sollten Vorbilder sein. Schon wird uns überm Glühwein ganz schummrig zumute. Bisher haben wir vorbildhaft Glühwein aus Pfandgläsern getrunken. Das reicht nicht. Man muss es machen wie bei der Gans, die es nicht gibt: keinen Glühwein aus den Gläsern trinken. Wahre Vorbilder frieren eben.
Natürlich ist es eine gute Übung, auch mal wie Frau Bätzing mit einem Glas heißer Milch mit Honig in die Badewanne zu steigen statt mit einem Glas Wein (laut ihrer Homepage). Beim nächsten Bad hat man's dann schon gelernt. Bätzing hat großes Talent, sich für uns und unser Bewusstsein solche Übungen auszudenken. Nur sollte sie besser Schritte vorschlagen, die alkoholabhängigen Eltern wirklich helfen.



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