Montag, 13. Februar 2012, 16:51

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Aus aller Welt

Hollywoodstars fürs Rauchen bezahlt

Eine ganze Generation Frauen träumte davon, so kühl und selbstbewusst zu sein wie sie; eine Generation Männer davon, von ihr verführt zu werden.

Eine ganze Generation Frauen träumte davon, so kühl und selbstbewusst zu sein wie sie; eine Generation Männer davon, von ihr verführt zu werden. Hollywoodstar Bette Davis (1908-1989) kassierte für ihre Schauspielkunst ein Vermögen. Jetzt kam heraus: Sie wurde auch bezahlt, um möglichst viele Menschen zum Rauchen zu bringen.

Fast 200 Hollywoodstars standen im "Goldenen Zeitalter" der Traumfabrik auf der Gehaltsliste der US-Tabakindustrie - dank geheimer Verträge, die ihre Studios mit den Konzernen ausgehandelt hatten. Wie jetzt entdeckte Unterlagen enthüllen, wurde Davis neben Kollegen wie John Wayne, Clark Gable und Joan Crawford fürs Rauchen und für die Bewerbung bestimmter Marken großzügig entlohnt. Im Gegenzug finanzierten die Tabakfirmen Print- und Radiowerbung für die neuen Filme der Stars. Allein der Konzern American Tobacco zahlte im Jahr 1937 mindestens 218 750 Dollar an Stars, um den Verkauf der Marke "Lucky Strike" anzukurbeln - das würde heute etwa 3,2 Millionen Dollar entsprechen, berichtet das Fachjournal "Tobacco Control". Eine Studie der University of California zeichnet das Bild einer groß angelegten Strategie, in der über fast 25 Jahre lang suggeriert werden sollte, dass Raucher "männlicher" und Raucherinnen "feminin und frei" seien. In Anzeigen lobten die Schauspieler bestimmte Marken für ihren entspannenden Effekt bei Dreharbeiten oder - wie im Fall von Westernheld John Wayne, der 1979 im Alter von 72 Jahren an Krebs starb - für die angeblich "gute" Wirkung auf die Stimme.

"Absprachen zwischen der Film- und Tabakindustrie gab es von Anfang an", sagt Studienmitarbeiter Professor Stanton Glantz. Durch Filmklassiker wie Casablanca mit seinen prominenten Rauchszenen und glamouröse Publicity-Poster sei die Toleranz gegenüber Zigaretten stark gestiegen. Viele junge Leute hätten mit dem Rauchen angefangen, "weil sie von den Hollywoodstars beeinflusst wurden".kan

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus