Patagonien: Urzeit-Gigant war bis zu 34 Meter lang
Riesen-Dinosaurier entdeckt
Forscher gruben einen der größten Saurier aller Zeiten aus.
Rio de Janeiro. Eine Studentin hatte im Urlaub am Barreales-See in Argentinien vor sechs Jahren ein kleines Knochenstück gefunden. Aus Neugier fing sie an zu graben - und schon kurz darauf hielt sie einen etwa ein Meter großen Halswirbel in der Hand. Jetzt haben brasilianische und argentinische Paläontologen das Werk zu Ende gebracht und in der Pampa von Patagonien das Skelett eines der größten Saurier aller Zeiten entdeckt.
Der bislang unbekannte Riesen-Dino, der vermutlich zur Familie der Titanosaurier gehört, wurde 32 bis 34 Meter lang und war ein friedlicher Pflanzenfresser. Die Riesenechse, die vor rund 88 Millionen Jahren die Erde unter ihren Tatzen erbeben ließ, erhielt den zungenbrecherischen Namen Futalognkosaurus dukei. Der erste Teil des Namens kommt aus der Sprache der Mapuche-Indianer und bedeutet "großer Häuptling der Saurier". Der zweite Bestandteil ehrt das Unternehmen Duke Energy Argentina, das die Expedition finanziert hat. Ausgegraben wurden bislang Hals-, Rücken- und Hüftknochen und der erste Schwanzwirbel. Und die Ausmaße der Echse sind wahrhaft gigantisch: Der Schwanz war vermutlich 15 Meter lang, und der Hals maß 17 Meter. Spuren am Skelett deuten darauf hin, dass der Titan aus der späten Kreidezeit von Raubsauriern gejagt wurde und schließlich in einen Fluss stürzte. "Es ist wohl das kompletteste Skelett eines Riesensauriers, das je gefunden wurde", sagten der argentinische Paläontologe Jorge Calvo und sein Kollege Juan Porfiri.
Der Fundort am Barreales-See in der argentinischen Provinz Neuquen gilt als eine der ergiebigsten Fossilien-Fundstellen weltweit. In unmittelbarer Nähe des Futalognkosaurus fanden die Forscher versteinerte Blätter, die Hinweise über die Nahrung der Riesenechse geben, sowie Krallen und Teile eines Arms eines fleischfressenden Mega-Raptoren. Alexander Kellner vom Brasilianischen Nationalmuseum: "Es gibt keinen anderen Platz auf der Erde, wo man auf derart engem Raum so große und verschiedenartige Fossilien findet."
In Patagonien, der Heimat des Futalognkosaurus, lebten auch die beiden größten Dinos, die man bisher kennt: der Argentinosaurus (35 Meter lang) und der Puertasaurus (35-40 Meter).



Branchenbuch Hamburg
100. Geburtstag
Axel Springer






Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages



