Brasilien: U-Bahn-Baustelle bricht ein
Krater verschluckt Linienbus
Erdrutsch in São Paulo reißt sieben Menschen in die Tiefe - alle tot?
São Paulo. Trauer und Wut in Brasilien. Ein beispielloses Unglück in einer U-Bahn-Baustelle erschüttert die Wirtschaftsmetropole São Paulo. Bei einem Erdrutsch sind sieben Menschen in die Tiefe gerissen worden. Fünf von ihnen saßen in einem Linienbus, der von dem Erdloch verschlungen wurde.
Die Hoffnung, noch Überlebende in dem 30 Meter tiefen Loch zu finden, ist auf den Nullpunkt gesunken. Alle Vermissten seien wohl tot, vermutet der Feuerwehrmajor Marco Pinto mit Tränen in den Augen. Unter den Opfern ist auch der Fahrkarten-Verkäufer (22) des Kleinbusses. Der ebenfalls vermisste Busfahrer rief eine Stunde nach dem Unglück seine Schwester an, dann brach die Verbindung ab.
Außerdem wurden zwei Passanten verschüttet, darunter eine 80-Jährige, die gerade zum Einkaufen ihre Wohnung verlassen hatte. Die schwangere Ehefrau des Fahrkartenverkäufers hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben: "Ich kann nur noch beten."
Der Fahrer eines Lastwagens konnte lebend geborgen werden. "Wir müssen äußerst vorsichtig und langsam agieren, weil das Erdreich hier sehr instabil ist", sagt einer der Retter.
Das Erdloch entstand während der Bauarbeiten für eine neue U-Bahn-Station. Regen erschwert die Suche nach den Vermissten. Das aufgeweichte Erdreich erhöhte das Risiko für die Helfer beträchtlich. Etliche Gebäude und Straßen wurden schwer beschädigt. Mindestens 80 Familien verließen ihre Häuser. Eine der wichtigsten Schnellstraßen der größten Stadt Südamerikas, die Marginal Pinheiros, wurde gesperrt.
Die Behörden wiesen jede Schuld von sich. Das Erdloch sei wegen des heftigen Regens und des aufgeweichten Bodens entstanden, hieß es. Augenzeugin Fernanda Garcia (25): "Das war ein Albtraum, wie ein Katastrophenfilm aus Hollywood."
Bauarbeiter sagten, eine größere Tragödie sei nur verhindert worden, weil sich der Erdrutsch mit "komischen Geräuschen" und mit an der Baustelle herabfallenden Steinchen angekündigt habe. "Wir waren 20 bis 30 Männer und sind gerade noch weggelaufen."



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