Mountainbiker verfolgten "Bruno" - von heute an zum Abschuß frei
Jetzt geht es "Bruno", dem Problembären, alias "JJ 1", an den Kragen. Es darf wieder scharf auf ihn geschossen werden.
MÜNCHEN. Aus Protest wollen Tierschützer in Bärenkostümen durch die Wälder ziehen, um die Jagd zu erschweren.
Die fünf Finnen und ihre sechs Spezial-Bärenhunde sind nach zwei Wochen abgereist. 500 Kilometer waren sie zu Fuß unterwegs. Menschen und Hunde seien völlig erschöpft gewesen, sagte Tirols Landesrat Anton Steixner. Die 30 000 Euro Kosten teilen sich Bayern und Tirol. Am Sonnabend wurde "Bruno" im Urlaubsgebiet bei Bayrischzell im Soinsee (Landkreis Miesbach) gesichtet - beim Bad. Drei Mountainbiker verfolgten ihn, als er ins Gebirge stieg. Der Bär drehte den Spieß um und ging ihnen nach. Daraufhin traten die jungen Leute den Rückzug an. Sie hätten versucht, das Tier mit Händeklatschen zu vertreiben, kritisierte ein Ministeriumssprecher. Das sei genauso "saublöd" wie der Versuch, ihn zu verfolgen. Bayerns Bärenbeauftragter Manfred Wölfl: "Den Bären zu verfolgen ist wie Bungee-Jumping ohne Seil." Er riet: "Ruhig bleiben, ihm ausweichen."
Abends riß "Bruno" in der Nähe ein Schaf, ebenso wie am Vortag bei Thiersee nahe Kufstein. Seit Mai streunt er durch die Alpenregion, tötet Tiere und dringt in Hühnerställe ein.
In Österreich gilt die Genehmigung zum Todesschuß seit heute, in Bayern wird die am Freitag erlassene Regelung morgen wirksam. Die Abschußgenehmigung umfaßt das Gebiet nördlich des Inns in Tirol sowie ein halbes Dutzend Landkreise im südlichen Bayern. "Ich weiß, daß die Entscheidung unpopulär ist", räumte Steixner ein. Der Bär sei jedoch zur Gefahr für Menschen geworden. Es soll aber keine aktive Jagd werden. Bayerns Umweltstaatssekretär Bernhard: "Wir appellieren an die Jäger und den Landesjagdverband mitzuhelfen, daß der Bär aus der Natur entfernt wird." Auch werde geprüft, ob Teams aus erfahrenen Jägern gerufen werden, wenn der Bär auftaucht.



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