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Aus aller Welt

Airbus versank im Schwarzen Meer

Absturz: 113 Insassen getötet - war schlechtes Wetter schuld? Schon 46 Opfer geborgen. Wrack liegt in 400 Meter Tiefe.

Moskau. Der Flug in den Urlaub endete in einer Tragödie: Beim Absturz eines armenischen Passagierflugzeugs vom Typ Airbus A320 vor der russischen Schwarzmeerküste sind gestern alle 113 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Es gebe keine Hoffnung auf Überlebende, teilte der Zivilschutz in Moskau am Abend mit. Unter den Opfern waren auch fünf Kinder. Der vor elf Jahren gebaute Airbus der Fluglinie Armavia stürzte beim Landeanflug auf den Badeort Sotschi im steilen Winkel ins Meer. Zuvor hatte die Flugüberwachung eine Unwetterwarnung verbreitet.

Am Flughafen von Sotschi spielten sich erschütternde Szenen ab. Eine Mutter beweinte den Verlust ihres Kindes. "Gar nichts weiß ich bislang. Nur so viel, daß mein sechs Jahre alter Sohn mitgeflogen ist", brach es aus der Frau heraus. Auf dem Flughafen der armenischen Hauptstadt Eriwan, wo die Unglücksmaschine gestartet war, versammelten sich nach der Schreckensnachricht Dutzende Angehörige. "Wir wollten doch heiraten!" rief der Armenier Gurgen Seronjan. Seine 23 Jahre alte Verlobte arbeitete als Stewardess auf dem Flug Nr. RNV 967. Eine verzweifelte Großmutter konnte den Verlust ihrer Enkelin kaum fassen.

Im Tagesverlauf schickte Armavia zwei Flugzeuge mit Angehörigen und Experten nach Sotschi. Dort machte am Nachmittag ein Schiff mit den Leichen von 46 Insassen fest. Retter orteten das Wrack in einer Tiefe von 400 Metern im Schwarzen Meer. An der Absturzstelle fünf Kilometer vor der Küste suchten die Besatzungen von 40 Schiffen nach Opfern und Flugzeugtrümmern.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Moskau schloß einen Terroranschlag aus. Die Agentur Interfax zitierte einen Experten des Flughafens von Sotschi mit den Worten, der Unfall sei auf menschliches Versagen zurückzuführen. Wegen zu schlechter Sicht habe die Besatzung die Anweisung erhalten, wieder auf eine Höhe von 600 Metern zu steigen. Dieses Manöver konnte nur mit einer steilen Kurve erfolgen, weil der Zielflughafen von bis zu 1300 Meter hohen Bergen umgeben ist. Dabei betrug die Geschwindigkeit des A320 etwa 250 km/h. "Das war zu langsam für einen Steigflug", so der Experte. Die betroffene Fluggesellschaft nannte schwierige Wetterverhältnisse als Unfallursache. Die Behörden widersprachen der Version, das Flugzeug sei von einem Wirbelsturm erfaßt worden.

Der Airbus verschwand gegen 2.15 Uhr Ortszeit (0.15 Uhr MESZ) von den Radarschirmen. Zuvor hatten die Piloten erst die Anweisung erhalten, wegen schlechten Wetters nach Eriwan umzukehren. Kurz darauf kam dann doch aus Sotschi die Landeerlaubnis. Beim zweiten Landeversuch in Sotschi ereignete sich die Katastrophe.

VideoNews: Flugzeugabsturz in Rußlandafp, ap, dpa

 

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