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Aus aller Welt

Zickenkrieg im Gorilla-Käfig

Berlins "King Kong" heißt eigentlich Ivo. Er hat, dem gleichnamigen Kinofilm "King Kong und die weiße Frau" entsprechend, ein auffälliges Faible für blonde Menschendamen.

BERLIN. Das Feuer der Leidenschaft für Gorilla-Damen flackert hingegen noch immer auf Sparflamme.

Seit drei Monaten lebt der 17 Jahre alte Silberrücken nun schon im Berliner Zoo zusammen mit sechs weiblichen Artgenossinnen (wir berichteten). Genug Zeit zum Kennenlernen, möchte der Laie meinen. Dabei ist es erst zu einem einzigen Begattungsakt mit der Gorilla-Dame Effi (12) gekommen. Die untypische männliche Zurückhaltung läßt sich mit gesteigerten weiblichen Aggressionen erklären: Der 200 Kilo schwere, ausgewachsene Kraftprotz ist zum Spielball weiblicher Rangkämpfe geworden.

Effi treibt es besonders bunt. Sie wirft sich dem potenten Gorilla-Mann an den Hals und greift jedes Weibchen an, das es ihr gleichtun möchte. Die Affendame macht damit ihren Artgenossinnen die angestammten Positionen im Familienverbund streitig. Schließlich hatte die dominante Mpezi die Weibchen fest im Griff - bevor Ivo auftauchte. Da die 20 Jahre alte Chefin im Gehege sich nun aber "zugeknöpfter" gibt als ihre jüngere Nebenbuhlerin Effi, hat sie in der Gunst des Männchens und der gesamten Rangordnung das Nachsehen.

"Normales Menschenaffen-Verhalten mit Seifenoper Qualität", kommentiert Zoo-Kurator Dr. Peter Rahn den Wirbel um die Gunst des Männchens. Er hofft in naher Zukunft trotz des Unterhaltungswertes auf weniger Zickenkrieg im Affenhaus und mehr Raum für Annäherungen. Denn schließlich wurde Ivo in Amsterdam eingekauft, um Nachwuchs zu zeugen.

 

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