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Aus aller Welt

Gefangen in 190 Meter Tiefe

U-Boot: Rußland bangt um sieben Matrosen auf dem Meeresgrund - wie vor fünf Jahren an Bord der "Kursk".

Moskau. Die Akkus sind fast leer, und der Sauerstoff wird schon knapp: Wieder bangt Rußland um das Leben von Matrosen in einem U-Boot. Fünf Jahre nach der "Kursk"-Katastrophe mit 118 Toten ist im Pazifik ein Tauchboot mit sieben Mann Besatzung auf Grund gelaufen. In einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit versucht die russische Marine seit Freitag früh, das Boot in 190 Meter Tiefe zu bergen.

Noch am Abend sollte ein Schleppkabel an dem Boot des Typs "Priz" angebracht werden. Damit werde es zunächst von einem Schlepper abgeschleppt und später gehoben, erklärte die Marine. Die "aktive Phase" zur Hebung des U-Bootes sollte am Sonnabend gegen 1 Uhr MESZ beginnen. Der Zustand der sieben Männer an Bord ist angeblich "zufriedenstellend", und die Sauerstoffvorräte würden noch ausreichen. Ein Hoffnungsschimmer: Anders als beim Untergang der "Kursk" im August 2000 forderte Moskau internationale Hilfe an - und die USA, Japan sowie Großbritannien sagten eine Beteiligung an der Aktion zu. Der stellvertretende Generalstabschef der russischen Marine, Konteradmiral Wladimir, erklärte, es gebe "ständigen Kontakt" zur Besatzung. Der Marine zufolge steckt das 13 Meter lange U-Boot vor der Halbinsel Kamtschatka im Fernen Osten Rußlands fest, weil sich sein Propeller in einem Fischernetz verhakt habe.

Ein Sprecher der Pazifikflotte sagte, auch die Lebensmittelvorräte an Bord neigten sich dem Ende zu. Die Lage sei aber "nicht gefährlich". Die Besatzung wurde angewiesen, in liegender Stellung zu verharren, Sauerstoff zu sparen und ihre Kräfte zu schonen. Großbritannien kündigte an, es werde sich mit einem ferngesteuerten Unterwasserroboter (mit Kameras und Greifarm) an den Rettungsarbeiten beteiligen. Das Gerät sollte am heutigen Sonnabend an Bord eines Transportflugzeugs der Royal Air Force in Rußland eintreffen.

Vier japanische Militärschiffe mit insgesamt 370 Besatzungsmitgliedern waren ebenfalls auf dem Weg zur Unglücksstelle. Sie sollen aber erst am Montag dort eintreffen.

Die USA wollten per Flugzeug zwei Unterwasserroboter nach Kamtschatka bringen. Vor Ort sind bislang rund ein Dutzend russische Schiffe im Einsatz. Sie versuchten mit Ankern, das Tau des Fischernetzes oder das Boot selbst zu fassen, um es zu heben. Daneben untersuchten Unterwasserkameras den Zustand des U-Boots. Nach Angaben der Werft Krasnoje Sormowo war das gesunkene U-Boot in schlechtem technischem Zustand und hätte dringend überholt werden müssen. Das Militär habe dies gewußt, sagte eine Sprecherin.

Rußland erinnert sich noch immer mit Schrecken an das Drama an Bord des Atom-U-Boots "Kursk" Anno 2000: Nach einer Explosion kamen damals alle Besatzungsmitglieder ums Leben.afp

 

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