Zoodrama: Flußpferde töten Zebra
Basel. Im Baseler Zoo hat sich vor den Augen der entsetzten Besucher ein blutiges Drama unter Tieren ereignet. Drei Flußpferde bissen ein Zebra zu Tode, nachdem dieses ins Wasser und damit in ihr Revier gefallen war.
Der 14 Jahre alte Flußpferdhengst Wilhelm und der 17jährige Zebrahengst Kalungu lebten seit zwölf Jahren gemeinsam in der Afrika-Anlage, teilte der Baseler Zoo gestern mit. Ihr beinahe tägliches Ritual bestand seit Jahren darin, sich gegenseitig das Revier zu markieren. Dabei streckte Wilhelm jeweils mit geöffnetem Maul seinen Kopf an Land, worauf Kalungu herbeigeeilt kam, um ihn in die Schranken zu weisen. Laut Zoosprecherin Tanja Dietrich waren die beiden Tiere sehr vertraut miteinander. So durfte Kalungu sogar häufig die Reste der letzten Mahlzeit aus dem geöffneten Maul von Wilhelm putzen.
Nun "schien Kalungu der Teufel geritten zu haben", so Dietrich. Das Zebra biß das Flußpferd nämlich während des Rituals überraschend stark in die Lippe. Durch die Abwehrbewegungen Wilhelms strauchelte Kalungu und fiel ins Wasser. Das Zebra wurde von den drei Flußpferden zu Tode gebissen. Sie wollten ihr Revier verteidigen. Zwar konnte sich Kalungu noch aus dem Wasser schleppen, an Land brach er jedoch tot zusammen.
In der Afrika-Anlage leben seit zwölf Jahren Flußpferde, Zebras und Strauße. Die Gemeinschaftshaltung von verschiedenen Tierarten gehört zum Konzept moderner Tierhaltung, berichtet der Zoo Basel. Der Zwischenfall kam auch für die Tierpfleger völlig überraschend und ist auf das unübliche Verhalten Kalungus zurückzuführen, erklärte Tanja Dietrich. Der Zoo werde deshalb nichts am Konzept ändern. Es werde auch immer darauf geachtet, ernsthafte Auseinandersetzungen zu vermeiden. Beispielsweise würden Straußenküken erst auf die Freifläche gelassen, wenn sie groß genug sind, um von den jungen Zebras nicht gejagt oder getreten zu werden. Der Zoo wertet das Drama als Unfall.


Branchenbuch Hamburg
100. Geburtstag
Axel Springer






Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages



