Mittwoch, 15. Februar 2012, 00:59

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Aus aller Welt

Tropen-Quallen in deutschen Gewässern

Die warme Witterung hat in diesem Jahr vielerorts Süßwasserquallen hervorgebracht!

Halle. Eine Rarität, die nur in wohltemperierten, um die 25 Grad warmen Gewässern auftaucht. Davon berichten Wissenschaftler der Universität Halle. Sie haben die nur rund zwei Zentimeter messende Mini-Qualle erstmals in einem Steinbruchsee in der Nähe von Halle entdeckt. "Wenn es zu kalt ist, kann die Art am Gewässergrund Jahre lang in Form von winzigen Polypen überdauern", sagt Karla Schneider, Leiterin der Wirbellosen-Sammlung der Universität Halle. "Sind die Wassertemperaturen hoch genug, so entwickeln sich die Polypen zu Quallen." Im August/September schwimmen die Tiere dann an sonnigen Tagen zur Wasseroberfläche und gleiten mit ausgebreitetem Mundrand und nach oben gerichteten Tentakeln beutesuchend durch das Wasser. Ihr Nesselgift ist für Menschen völlig ungefährlich. Die Süßwasserqualle mit dem lateinischen Namen Craspedacusta sowerbyi braucht klare, sauerstoffreiche Gewässer. Sie stammt aus tropischen Regionen und kam vor etwa 200 Jahren nach Mitteleuropa. Sie kann im Polypenstadium auf Pflanzen für Aquarien oder im Ballastwasser von Schiffen gereist sein. Ende des 19. Jahrhunderts entdeckten Biologen die Quallenart meist in Warmwasserbecken von botanischen Gärten. Inzwischen hat sie aber alle großen Flüsse, auch Elbe und Rhein, sowie viele stehende Gewässer erobert.HA

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus