Ungewöhnliche Tierfreundschaft: Tiger spielt mit Ferkeln
Bangkok. Normalerweise spielt man nicht mit seinem Essen. Doch die Tigerdame Sai Mai aus einem Zoo in der thailändischen Provinz Chonburi betrachtet die Ferkel nicht als leckere Happen, sondern eher als Geschwister: Die mit zwei Jahren inzwischen ausgewachsene Großkatze wurde in ihren ersten vier Lebensmonaten von einem Hausschwein gesäugt und aufgezogen. Als Folge scheinen Schweine nicht mehr auf ihrem Speiseplan zu stehen, obwohl sie normalerweise zu der bevorzugten Beute eines Tigers zählen. Durch ihre Ziehmutter ist die Tigerdame den Ferkeln offensichtlich eng verbunden: "Sie hatte von klein auf den Geruch in der Nase und wuchs mit den Verhaltensweisen von Schweinen auf. Dadurch wurde das natürliche Beuteschema um diese Art reduziert", erklärt der Hamburger Säugetierexperte Professor Harald Schliemann die ungewöhnliche Freundschaft. Wie sich die Situation weiterentwickeln wird, ist schwer zu sagen. "Das friedliche Miteinander von Tiger und Schweinen kann lange Zeit gut gehen", sagt Schliemann, "aber es ist natürlich immer ein Konflikt der Instinkte. Wenn die Tigerin sehr hungrig ist und ein Schwein im Spiel vor ihr wegläuft, könnte durchaus der Jagdinstinkt einsetzen." Die Katze sollte also immer gut gefüttert sein, wenn sie mit ihren "Geschwistern" durch den Zoo tollt. Offen bleibt auch, was geschieht, wenn sich die Tigerdame auf die Suche nach einem Partner macht: Bevorzugt sie dann Streifen oder etwa Ringelschwänzchen? Bis dahin hat Sai Mai aber noch etwas Zeit: Tiger werden erst mit drei bis vier Jahren geschlechtsreif.


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