Ebola bedroht Gorillas
Forscher sind alarmiert: Seit Fährtensucher im Dezember im Nordwesten Kongos die Leichen dreier am Ebola-Virus gestorbener Gorillas entdeckt haben, hat die Krankheit sich gefährlich ausgebreitet. Schon 500 der 800 Gorillas im Lorri-Schutzgebiet nahe der Grenze zu Gabun sind ihr zum Opfer gefallen. Auch 67 Dorfbewohner starben - sie steckten sich vermutlich durch den Verzehr von Affenfleisch an. "Es ist eine ökologische Katastrophe", klagt die spanische Primaten-Expertin Magdalena Bermejo nach einem Besuch im Schutzgebiet. In den Wäldern der Demokratischen Republik Kongo und des benachbarten Gabun leben 80 Prozent der weltweiten Bestände an Flachlandgorillas. Sie sind der "Schlüssel zum Überleben der Spezies", so Bermejo. Die Gesundheitsbehörden haben die Region inzwischen unter Quarantäne gestellt. Unter den Affen breitet sich das Virus derweil weiter in Richtung des Odzala-Nationalparks aus. Das Reservat beherbergt die größte Gorilla-Population des Kontinents. Pro Quadratmeter leben hier bis zu elf der sanften Riesen. "Wegen Ebola befürchten wir einen dramatischen Rückgang der Menschenaffen-Bestände in Zentralafrika", warnt Wissenschaftler Conrad Aveling vom EU-Tropenprogramm Ecofac. Ebola ist bislang unheilbar. Der jüngste Ausbruch unter den Gorillas ging vermutlich von fünf verschiedenen Gebieten aus. Auch Schimpansen in der Region sind betroffen.


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