Bakterien im Antarktis-Eis entdeckt
US-Forscher untersuchen geheimnisvollen See, der nicht gefriert
Washington. Der Lake Vida, ein See im antarktischen Viktorialand, könnte tief unter seiner dicken Eisdecke Leben beherbergen. Das vermuten US-Wissenschaftler, die den See untersucht haben. Ursprünglich schätzte man, dass Lake Vida um die zehn Meter tief und wie die meisten anderen antarktischen Seen bis auf den Grund gefroren sei. Dann entdeckte das Team um Peter Doran von der Uni Illinois, dass das Eis viel weiter hinabreicht. Der Lake Vida ist von einem 19 Meter dicken Eispanzer bedeckt. Darunter ist flüssiges Salzwasser, berichtet das Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences".
Nach der Untersuchung von zwei Bohrkernen muss der See 2800 Jahre alt sein. Damals lebten auch Mikroorganismen in ihm, die ihre Spuren im Eis hinterlassen haben. Noch haben die Forscher nicht gewagt, den See anzuzapfen, um das Ökosystem nicht zu stören. Aus verschiedenen Daten errechneten sie aber, dass der See minus 10 Grad Celsius kalt ist und nur wegen seines hohen Salzgehaltes nicht gefriert.
Doch für alle Ewigkeit bleibt der Lake Vida nicht unberührt. Die Technik, die das Anzapfen des Sees ermöglicht, soll eines Tages auch auf dem Mars eingesetzt werden. Der Nachbar-Planet ist von einer vergleichbar dicken Eisschicht bedeckt, unter der Astronomen Wasser und Leben vermuten.


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