11.01.09

Royals

Rassismus: Prinz Harry haut verbal daneben

Prinz Harry hat das britische Königshaus erneut in große Verlegenheit gebracht: Der 24-Jährige musste sich jetzt für einen rassistischen Ausdruck entschuldigen. Er hatte einem Zeitungsbericht zufolge einen Kameraden beim Militär "Paki" genannt, was in England abwertend für Pakistaner verwendet wird. Bilder von Prinz Harry

Foto: dpa
Der 24-jährige Prinz fällt mal wieder durch rassistisches Benehmen auf.

London. Der Prinz habe niemanden verletzten wollen und das Wort vor drei Jahren als Spitznamen verwendet, teilte St. James's Palast in der Nacht zu Sonntag in London mit. "Prinz Harry ist absolut klar, wie beleidigend der Ausdruck sein kann." Er habe "in keinster Weise" seinen Freund verunglimpfen wollen und das Wort ohne böse Absicht benutzt.

Harry hatte bereits 2005 einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, als er mit einer Hakenkreuz-Armbinde auf einer Motto-Party auftauchte. Die jetzigen sprachlichen Entgleisungen werfen ein schlechtes Licht auf den Dritten in der Thronfolge, zumal er vergangenes Jahr als Soldat in Afghanistan diente.

Video: 'Paki', 'Kameltreiber'? Prinz Harrys entschuldigt sich

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Die Sonntagszeitung "News of the World" hatte aus einem Video zitiert, in dem Harry seinen Kameraden während seiner Militärausbildung in der Akademie Sandhurst offensichtlich "unseren kleinen Paki-Freund" nennt. Zudem habe Harry zu einer anderen Gelegenheit das Wort "raghead", ein Schimpfwort für Araber, benutzt sowie Witze über seine Großmutter, Queen Elizabeth II. gemacht. Das Prinzenbüro erklärte, Harry habe "raghead" für irakische Aufständische und Taliban benutzt. Das Video wurde nach Angaben der Zeitung im Jahr 2006 aufgenommen. Die Menschenrechtskommission erklärte, der Ausrutscher sei "beunruhigend". Es müsse zusammen mit dem Verteidigungsministerium geprüft werden, ob weitere Schritte gegen den Prinzen eingeleitet werden. Der Direktor der muslimischen Jugendorganisation Ramadan Foundation erklärte, er sei "schockiert und sehr traurig über Harrys rassistische Kommentare". Das Verteidigungsministerium betonte, den Fall "sehr ernst zu nehmen", unangemessenes Verhalten würde nicht toleriert. Es sei aber keine Beschwerde der Betroffenen gegen den Prinzen eingegangen.

Harry, der jüngere Bruder von Prinz William, der ebenfalls beim Militär ist, hat das Königshaus bereits des öfteren Peinlichkeiten beschert: Er gab zum Beispiel zu, Cannabis geraucht zu haben und machte mit Sauftouren durch die Clubszene von sich reden. Sein Image als Playboy- und Party-Prinz konnte er in den letzten Jahren jedoch ablegen.

dpa/abendblatt.de
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