Deutscher Marco in türkischer Haft
Unzumutbar für einen 17-Jährigen
Kommentar
Nun also noch ein Monat - weitere quälende Wochen in türkischer Untersuchungshaft für den 17-jährigen Marco aus Uelzen. Warum braucht das Gericht im türkischen Antalya so lange, um das 170-seitige Vernehmungsprotokoll des mutmaßlichen Opfers zu studieren? Der Schüler soll die 13-Jährige vergewaltigt haben. Er bestreitet das.
Zugegeben, der Vorwurf wiegt schwer. Warum aber brauchte das Gericht sechs Monate, diese Aussage überhaupt herbeizuschaffen - und das in Zeiten modernster Technik, die sogar Videokonferenzen in den Weltraum ermöglicht? Das ist unzumutbar für den Angeklagten. So langsam dürfen die Mühlen der Justiz nicht mahlen.
Schließlich geht es hier um einen Halbwüchsigen, der schon jetzt jeden Lebensmut verloren hat. Warum teilen die Richter die Sorgen der Eltern und seines Anwalts nicht und lassen den Schüler auf Kaution frei? Wollen sie ein Exempel statuieren? Es wird allerhöchste Zeit, dass sie ihre Arbeit tun und zu einem gerechten Urteil kommen, sonst verliert die Türkei ihren guten Ruf als Urlaubsland für Familien.


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