Kurz vor dem Start der US-Raumfähre "Endeavour" erschüttern die Nasa gleich zwei neue Skandale: Astronauten flogen betrunken ins All, und auf einen Computer wurde ein Sabotageakt verübt.

Washington. Ein Heldenmythos entzaubert sich selbst: Die stolzen Eroberer des Weltalls torkeln völlig losgelöst und beschwipst den Sternen entgegen. Berichte über skandalösen Alkoholmissbrauch von Astronauten kratzen in den USA erneut am Image der US-Weltraumbehörde Nasa.

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Mindestens zwei Astronauten haben in der Vergangenheit in betrunkenem Zustand einen Flug angetreten, zitiert das Fachmagazin "Aviation Week & Space" aus einem internen Untersuchungsbericht der Nasa, die die peinlichen Enthüllungen am Freitagabend bestätigte.

Chaostage in Cape Canaveral: Offensichtlich haben bei den Trinkgelagen die Sicherheitskontrollen versagt. Astronautenkollegen und Ärzte hätten vor den betrunkenen Raumfahrern gewarnt, heißt es. Sie wurden als "Sicherheitsrisiko für den Flug" eingestuft, dennoch seien sie in die Luft gegangen. Die strikte zwölfstündige Alkoholabstinenz, die die Nasa ihren Raumfahrern vor dem Start auferlegt, wurde missachtet. Angaben zu Name, Ort und Art der Mission wurden nicht genannt. Nur so viel: In einem Fall sei ein Astronaut nach beträchtlichem Alkoholgenuss in einem russischen Raumfahrzeug geflogen. "Von betrunkenen Astronauten habe ich noch nie gehört, aber natürlich gibt es bei den traditionellen Grillfesten vor einem Start Wein und Bier", sagte Nasa-Arzt Jonathan Clark.

Missionschef Bill Gerstenmeier betonte, er habe niemals "einen derartigen Vorfall erlebt". In dem Kommissionsbericht heißt es weiter, dass auch in den Mannschaftsquartieren auf dem Kennedy Space Center häufig zu Alkohol gegriffen werde.

Der Gedanke, dass Sternenfahrer im Orbitalverkehr auf der Milchstraße alkoholbedingt ins Trudeln geraten könnten, schreckt auch die Politik auf: "Die Nasa wird uns etwas zu erklären haben", sagte der Abgeordnete Bart Gordon. Grund für die Untersuchung war die Verhaftung von Astronautin Lisa Nowak (43), die vor fünf Monaten im Liebeswahn ihre Kollegin Colleen Shipman entführen wollte. Beide liebten denselben Shuttle-Piloten.