Toter Bär: Skistar Wasmeier will Bruno in sein Museum holen
Nach den tödlichen Schüssen auf Bruno ("JJ1"), den Bären, hat ein Streit um sein Fell eingesetzt.
MÜNCHEN. Wo soll der präparierte Körper ausgestellt werden? Der Skistar Markus Wasmeier (42) will den Bären in seinem 25 Hektar großen Bauernhofmuseum im Schlierseer Ortsteil Fischhausen zeigen. "Ich will keinen Streit", sagte er, aber Bruno passe gut in sein Ausstellungskonzept von der Besiedlung des Alpenvorraumes. Vorstellbar sei auch, daß "JJ1" einige Zeit in München zu sehen sei und dann nach Schliersee "übersiedelt". Das Bauernhofmuseum soll noch dieses Jahr in Teilen eröffnet werden.
Bisher hieß es, Bruno käme ins Münchner Museum "Mensch und Natur" im Schloß Nymphenburg. Hier ist auch der vor 171 Jahren erschossene letzte in Bayern frei lebende Braunbär zu sehen. "Die Position, die der Bär für seine Betrachter einnimmt, will unter didaktischen und wildbiologischen Aspekten gut überlegt sein", meinte Ministeriumssprecher Roland Eichhorn. Bruno solle als Raubtier erscheinen, "aber nicht blutrünstig und nicht als Teddy". Überlegt werde zudem, das Skelett des Bären als "Lehr- und Schaupräparat" zu zeigen.
In der Region Schliersee stornierten zwei Tage nach der Erschießung des Braunbären die ersten Gäste ihren Urlaub. Sie protestierten damit gegen den Abschuß. Von immer mehr Strafanzeigen gegen die Todesschützen berichtete der Leitende Oberstaatsanwalt Rüdiger Hödl. Jetzt werde geprüft, ob die Gefährdungslage den Abschuß gerechtfertigt habe. Italiens Umweltminister Alfonso Pecoraro Scanio legte formal Beschwerde bei der EU ein: "Eine Europäische Union, die die ganze Welt dazu auffordert, geschützte Arten zu retten, und dann mit Gewehren einen Bären abknallt, ist nicht glaubwürdig."
Laut Befund der Tiermediziner wies das Fell zwei Einschüsse auf. Der Bär sei schnell gestorben. Das Umweltministerium nannte den Abschuß "waidgerecht". Der erste Schuß erfolgte aus 150 Meter Entfernung, "sicherheitshalber wurde ein zweiter Schuß gesetzt", hieß es. Bruno war gesund, gut ernährt und wog zuletzt 110 Kilo.


Branchenbuch Hamburg
100. Geburtstag
Axel Springer






Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages



