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Aus aller Welt

Die Wahrheit über "PISA"

Test: Deutsche Fünftklässler versuchten, finnische Abituraufgabe zu lösen. Mit einem überraschenden Ergebnis

Hamburg/Kiel. Die PISA-Studie 2001 hat in Deutschland tiefe Wunden hinterlassen. Im internationalen Vergleich schafften die rund 5500 ausgewählten 15-jährigen Schüler nur Platz 21, sechs Plätze hinter den USA. Die Finnen dagegen beeindruckten mit einem dritten Platz.

Das Ergebnis spaltete die Nation. Nicht alle wollten das weltweit festgeschriebene Resultat so akzeptieren. Unverständnis auch bei Gymnasiallehrer Henning Legell (61): "Ich kann die Ergebnisse der PISA-Studie nicht nachvollziehen. Viele meiner Schüler, die Auslandsaufenthalte unternommen haben, kommen wieder und beschweren sich darüber, dass der Unterrichtsstoff in anderen Ländern viel zu leicht sei."

Legells Schock über die weit hinten platzierten deutschen Schüler veranlasste ihn zu einem ungewöhnlichen Test. Von einem Kollegen an einer finnischen Schule ließ sich der Mathematiklehrer des Johann-Heinrich-Voß-Gymnasiums in Eutin sich die Abiturprüfung eines Mathematik-Grundkurses zuschicken und gab seinen Fünftklässlern, die noch nicht einmal ein Jahr auf dem Gymnasium waren, einige Aufgaben mit nach Hause.

Die Überraschung: 23 von 26 Schülern lösten die Aufgaben vollständig. Der Lehrer: "Es war keine besondere Herausforderung für die Zehn- und Elfjährigen."

Legell ist der Überzeugung, dass sein Test eindeutig auf eine Fehlinterpretation der PISA-Studie hinweist. "Ich denke, man muss in Deutschland einfach mehr differenzieren. Ein Gymnasiast hat einen viel höheren Motivationslevel als ein Hauptschüler. Dazu kommt auch noch der große Ausländeranteil an Schulen mit sprachlichen Defiziten. So etwas muss in einer derartigen Studie berücksichtigt werden."

Laut Legell brauchen sich deutsche Schüler im internationalen Vergleich nicht zu schämen. "In der PISA-Studie sieht es so aus, als wären die Finnen uns haushoch überlegen. Aber das Niveau an finnischen Gymnasien ist wesentlich niedriger, und nur 80 Prozent der Gymnasiasten schaffen das Abitur."

Zum Nachrechnen eine der Abituraufgaben aus dem finnischen Abitur 2002:

a) Das Budget der finnischen Regierung lag mehrere Jahre lang bei 200 Milliarden Finnische Mark. Wenn diese Geldsumme gleichmäßig auf alle Finnen verteilt würde, wie viel erhielte dann jeder einzelne Finne? Die Bevölkerung Finnlands sei dabei mit fünf Millionen angegeben.

b) In welchem Jahr vollendet eine im Jahre 1983 geborene Person eine Gigasekunde (= eine Milliarde Sekunden)? Bei der Rechnung braucht auf Schaltjahre keine Rücksicht genommen zu werden.

 

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