Wo unser Wissen endet
Geheimnisse faszinieren die Menschen immer wieder
Hamburg. Unser Universum steckt voller Geheimnisse. Da gibt es die flüchtigen, die tagesaktuellen, die kleinen, aber prickelnden Geheimnisse, die schnell wieder vergessen sind. Etwa das (Noch-)Geheimnis um den Real-Madrid-Kicker Beckham: Hat er seine Frau Victoria mit der Diplomatentochter Rebecca ausgedribbelt - oder nicht? Andere Geheimnisse sind beständiger. Sie halten Jahrhunderte, faszinieren Menschen des Mittelalters wie der Neuzeit und werden vermutlich nie restlos gelüftet. So wie das Geheimnis um das Turiner Grabtuch.
Zu viele Fragen um dieses Leinen lassen sich nicht zweifelsfrei klären: Zeigt es wirklich das Antlitz des Gekreuzigten? Wie kommt der Abdruck römischer Münzen aus der Zeit des Pilatus auf den Stoff? Ist das Leichentuch eine fromme Fälschung aus dem 14. Jahrhundert? Woher stammt der Abdruck eines Menschen, der nicht aufgemalt wurde, wie Analysen ergaben.
Wo unser Wissen endet, macht sich der Glaube breit, und der hat eine Kraft, die viele Wissenschaftler unterschätzen. So sind die Astrophysiker überzeugt, dass unser Universum durch einen Urknall aus dem Nichts hervorging. Doch nicht einmal jeder fünfte Deutsche stimmt ihnen darin zu (18,3 Prozent), ergab eine Umfrage für das Magazin "Geo Wissen". Deutlich mehr (25,8 Prozent) halten das Universum sogar nur für eines von vielen, die immer wieder neu erstehen. Damit neigen sie - wohl unbewusst - zu einer buddhistisch-hinduistischen Auffassung. Und 20,2 Prozent halten das Universum gar für ewig. Aber auch diese Ansicht kann sich schnell ändern. Jedenfalls wenn Goethe Recht hat, der einst meinte: "Auch der Aberglaube profitiert vom jeweiligen Stand der Wissenschaft."


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