Schon 20 Todesfälle
Deutsche Behörden warnen vor gepanschtem Alkohol
In Tschechien sind schon 20 Menschen an dem tödlichen Mix gestorben. Polen stoppt die Einfuhr von Spirituosen. Auch deutsche Behörden warnen.
Prag/Warschau/Dresden. Nach vielen Todesfällen im Zusammenhang mit gepanschtem Alkohol in Tschechien hat Polen die Einfuhr von Spirituosen aus dem Nachbarland untersagt. Das teilte das Gesundheitsamt in Warschau am Sonntag mit. Sachsen warnte erneut vor dem hochgefährlichen Alkohol aus Tschechien. Allerdings gibt es in Sachsen bisher kein Einfuhrverbot, wie aus Angaben der Bundespolizeidirektion in Pirna und des Gesundheitsministeriums in Dresden hervorgeht.
Der Sprecher des Ministeriums, Ralph Schreiber, sagte am Nachmittag, nach seinen Informationen habe Tschechien im Grenzgebiet den Verkauf jeglichen Alkohols an Straßenständen und bei fliegenden Händlern verboten. Die Probleme seien in der Regel damit und nicht mit Alkohol aus Läden aufgetreten.
Der illegale Verkauf des giftigen, mit Methanol gepanschten Alkohols könne auch in Sachsen nicht ausgeschlossen werden, hatte das Ministerium bereits am Freitag betont. Es warnte weiterhin davor, Alkohol ohne Etikett und Herkunftsnachweis zu trinken. Methanol ist giftig und kann zu Erblindung führen, bei der Einnahme von höheren Dosen zum Tod.
In Tschechien sind bislang 20 Menschen gestorben, weil sie mit Methanol vermischten Wodka oder Rum getrunken haben. Ärzte behandeln derzeit mehr als 30 Patienten. Die Polizei fahndet in Tschechien weiter nach der Quelle des giftigen Methanols und kontrollierte mehr als 10 000 Geschäfte. Seit Freitag gilt in Tschechien ein striktes Verkaufsverbot für Getränke mit mehr als 20 Prozent Alkohol. (dpa)














