Umfrage
Kurios: Die dreistesten Hotel-Diebstähle
Duschköpfe, Waschbecken, sogar Teppichböden und Matratzen: Vor manchen Gästen ist nichts sicher, ergab eine Umfrage unter 500 Hoteliers.
Berlin. Einen Fernseher aus einem Hotel zu stehlen, ohne dabei erwischt zu werden, mag sich nach einem unmöglichen Unterfangen anhören. Doch das ist es nicht: Immerhin beklagt jedes sechste Hotel, Gäste hätten schon einmal ein TV-Gerät entwendet. Das ist zumindest das Ergebnis einer Umfrage des Reisevermittlers lastminute.de unter 500 Hoteliers.
Danach liegt das Fernsehgerät auf Platz elf der am meisten geklauten Gegenstände. Am häufigsten mitgenommen werden: Handtücher, Kosmetik, Stifte, Besteck, Geschirr, Slipper, Bademäntel, Fernbedienungen, Kissen, Decken, Zeitungen und Kleiderbügel.
95 Prozent der befragten Hotels gaben an, überhaupt schon mal von Gästen bestohlen worden zu sein. Im Durchschnitt müsste der Erhebung zufolge jeder zehnte Besucher ein Dieb sein und der Schaden pro Hotel 5500 Euro betragen. Fünf-Sterne-Herbergen kalkulieren mit 20.000 Euro.
Abgesehen von der Diebstahlstatistik brachte die Umfrage auch etliche Vorfälle zutage, die zeigen, wie professionell und dreist manche Hotelgäste vorgehen, um sich mit Einrichtungsgegenständen auszustatten. In hohem Maße handwerkliche Fähigkeiten mussten beispielsweise jene aufbringen, die sämtliche Badarmaturen - den Kopf einer Regendusche, eine Hydromassage-Dusche, einen Toilettensitz, ein Abflussrohr - aus einem Hotel in Madrid oder gleich ein ganzes Waschbecken, wie von einem Berliner Hotel berichtet, entwendet haben.
Der Gast eines Hotels in Washington sägte gar ein Regal im Badezimmer ab, auf dem ein Fernseher angebracht war. Auch Vorhänge und Teppiche verschwinden - in einem Hotel in Las Vegas fand ein Gast so sehr Gefallen an einem Teppich, dass er diesen fein säuberlich komplett herausgeschnitten und mitgenommen hat.
Manche Gäste sparen sich größeren Kraftaufwand und entfernen kurzerhand alle Batterien aus Fernsteuerungen und -bedienungen, stecken Toilettenbürsten und Glühlampen ein - manche schrauben sogar jede einzelne Glühlampe in einem Zimmer aus der Fassung, wie gleich mehrere Hotels berichteten. Feuerlöscher, Kaffeemaschinen, Safes, Stühle, Bügeleisen, Bügelbretter, eine große Palme mitten aus einem Foyer, eine Matratze aus einem Fünf-Sterne-Hotel in Madrid oder ein Sofa aus einem Fünf-Sterne-Hotel in Dubai zu entwenden - das indes erforderte Muskelkraft. Diese kombiniert mit Chuzpe ermöglichte es einem Gast, einen Zigarettenautomaten an der Rezeption vorbei aus einem Vier-Sterne-Hotel in Cardiff zu rollen.
Natürlich gibt es unzählige Hotels, bei denen Flaschen aus den Minibars stibitzt werden - nicht ganz so häufig, aber offensichtlich doch keine Seltenheit ist der Diebstahl kompletter Minibar-Kühlschränke, wie ihn gleich mehrere befragte Hoteliers beklagten.
Viele Hotelgäste interessieren sich auch sehr für Kunst - so berichteten sechs Prozent der Hoteliers von Kunstwerken, die nie wieder gesehen wurden. Oft handelte es sich dabei um durchaus wertvolle Gegenstände - darunter antikes chinesisches Porzellan, der schwere Kopf einer Statue oder eine ganze Skulptur, die aus dem Foyer eines Fünf-Sterne-Hotels in Budapest geklaut wurde. Und immer stellt sich die Frage: Warum sieht das niemand?
Selbst wenn der Dieb nicht erwischt wird, kann er doch durchaus eine böse Überraschung erleben: So verlockten einen Gast während der Weihnachtszeit die Päckchen, die ein Hotel in Dublin als Dekoration eingesetzt hatte, so sehr, dass er sie klammheimlich alle einpackte. Etwas verblüfft dürfte er gewesen sein, als er die "Geschenke" dann auspackte, denn die Kartons waren natürlich alle leer.
Warum nur ein Handtuch oder einen Aschenbecher einstecken, wenn das ganze Hotelzimmer doch so schön war? Dies müssen die Gedanken jener Gäste gewesen sein, die alles an Geschirr, Besteck und Geräten aus den Küchenecken in einem Drei-Sterne-Hotel in Dubrovnik und einem Fünf-Sterne-Hotel in Istanbul entwendet haben.
Noch einen Schritt weiter ging ein Hotelgast, der es schaffte, das komplette Hotelzimmer auszuräumen: Zurück blieben nur Matratze, Schreibtisch, TV-Gerät und Lampen - alles andere war aus dem Zimmer in einem Hotel im amerikanischen Bundesstaat New Jersey verschwunden.
















