Unglück im Elsass
Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Busfahrer
Dem Mann drohen bis zu drei Jahre Haft und eine Geldstrafe bis zu 45 000 Euro. Sechs der Verletzten schweben noch in Lebensgefahr.
Paris/Straßburg. Nach dem schweren Busunglück im Elsass mit zwei Toten und 32 Verletzten wurde nach Angaben der Tageszeitung "Dernières Nouvelles d'Alsace" Anklage gegen den Fahrer wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung erhoben. Ihm drohen bis zu drei Jahre Haft und eine Geldstrafe bis zu 45 000 Euro.
Der 29-Jährige hatte nach Angaben der Ermittler zugegeben, das Steuer des doppelstöckigen Busses herumgerissen zu haben, um noch in letzter Sekunde eine Autobahn-Ausfahrt zu nehmen. Dabei trat er zudem stark auf die Bremse, wie die Gendarmerie in Colmar am Mittwoch mitteilte. Die Staatsanwaltschaft in Mulhouse habe keine Inhaftierung des Fahrers angeordnet, schrieb die Zeitung. Seine Blutuntersuchungen hätten "nichts Anormales" ergeben.
Der mit 65 Reisenden besetzte Bus aus Polen war am Dienstagmorgen zwischen der deutsch-französischen Grenze und der elsässischen Stadt Mulhouse (deutsch: Mülhausen) an einer Autobahnabfahrt umgestürzt. Er kam aus der westpolnischen Stadt Slubice und sollte nach der Fahrt durch Deutschland mit mehreren Zwischenstopps die südfranzösischen Mittelmeerstadt Nizza anfahren. Sechs der Verletzten schwebten am Mittwoch noch in Lebensgefahr.
Nach ersten Erkenntnissen der Gendarmerie hatte der Fahrer weder die erlaubte Fahrtzeit überschritten noch Alkohol oder Drogen konsumiert. Das Ergebnis einer Medikamentenanalyse und einer Untersuchung des Buswracks stand zunächst aber noch aus. (dpa)
















