Mehrfachmord in Annecy
Gewaltverbrechen in den Alpen: Opfer offenbar identifiziert
Auf einem Waldweg in den französischen Alpen sind vier Tote mit Schusswunden entdeckt worden. Die Opfer wurden nun wohl identifiziert.
Paris. Nach dem Vierfachmord in den französischen Alpen werden immer mehr Einzelheiten zu den vier Toten bekannt. Den Fahrer des in Großbritannien zugelassenen Fahrzeugs identifizierte die französische Nachrichtenagentur Sipa als Saad H., der in einem Vorort von London lebt. Der Fernsehsender Sky News zitierte unterdessen Bewohner des britischen Dorfes Claygate, wonach es sich bei der Familie H.s um die Ehefrau Iqbal sowie die Töchter Zehab (7) und Zeinab (4) handelt.
+++ Vier Jahre altes Mädchen überlebt mysteriösen Mehrfachmord +++
Derweil bestätigten die Behörden in Stockholm, dass eines der Opfer schwedisch sei. Die französischen Behörden hatten einen schwedischen Pass gefunden, der offenbar zu einer im Fahrzeug getöteten älteren Frau gehört. Zudem wurde ein irakischer Pass gefunden. Der ebenfalls getötete Radfahrer wurde als Sylvain M. identifiziert, der nach Einschätzung der Polizei aber nicht in Beziehung zu der britischen Familie stand. Seine Frau hatte die Polizei informiert, nachdem ihr Mann nicht von einer Radtour zurückgekehrt war.
Hintergrund: Auf einem Waldparkplatz in den französischen Alpen hat die Polizei vier Leichen mit Schusswunden entdeckt. Ein achtjähriges Mädchen überlebte schwer verletzt. Erst acht Stunden nach dem Leichenfund barg die Polizei eine Vierjährige, die sich in dem Auto unter den Leichen versteckt hatte und nicht verletzt wurde.
Die Ermittler warteten auf ein Expertenteam der Gerichtsmedizin aus dem Großraum Paris, um die Leichen zu untersuchen. Dadurch übersahen sie zunächst die Vierjährige, die sich unter den Beinen ihrer Mutter auf dem Rücksitz versteckt hatte. "Wir hatten die Anweisung, nichts anzufassen", sagte ein Polizist France Info.
Die Polizisten hätten zwar durch das Autofenster ins Innere geschaut, das Mädchen aber nicht gesehen. Das Kind habe acht Stunden still zwischen den Toten ausgeharrt, ergänzte Maillaud. Das unter Schock stehende Mädchen habe einige Worte auf Englisch gesprochen. Es sei unverletzt. Der Familienvater war auf einem Campingplatz in der Nähe des Sees von Annecy angemeldet. Die Polizei geht davon aus, dass er dort zusammen mit seiner Familie Urlaub machte. Die Hintergründe der Tat liegen der Staatsanwaltschaft zufolge noch völlig im Dunkeln. (dapd)
Ein britischer Radfahrer hatte die Leichen am Mittwoch entdeckt. Zwei kleine Mädchen hatten die blutige Tat überlebt. Sie stehen derzeit unter der Obhut der französischen Polizei.
















