Nach Fahndungsaufruf
Gesuchter Kinderschänder hat sich der Polizei gestellt
Der mutmaßliche Kinderschänder hatte selbst die Polizei angerufen und sich gestellt. Zuvor war öffentlich nach ihm gefahndet worden.
Wiesbaden. Ein mutmaßlicher Sexualstraftäter hat sich nach einer Öffentlichkeitsfahndung in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" der Polizei gestellt. Der 34-Jährige habe sich am Donnerstag bei der Polizei gemeldet und sei daraufhin festgenommen worden, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) mit. Nach der Ausstrahlung der Sendung am Mittwoch sei der Beschuldigte von mehreren Personen identifiziert worden.
Der Mann aus Berlin ist des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, der Herstellung von kinderpornografischen Schriften sowie deren Besitz und Verbreitung verdächtig. Er wird beschuldigt, in der Zeit von 2005 bis September 2008 den zur Tatzeit 11 bis 13 Jahre alten Sohn seiner damaligen Lebensgefährtin sexuell missbraucht zu haben. Zudem soll er den Missbrauch gefilmt und die Videodateien im Jahr 2011 in einschlägigen Internet-Netzwerken verbreitet haben.
Das Amtsgericht Gießen hat auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main bereits einen Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen erlassen. Dieser soll zeitnah durch das Amtsgericht Berlin verkündet werden. Die Ermittlungen wurden gemeinsam von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität in Frankfurt und dem BKA geführt.
Kurz nachdem das ZDF-Kriminalmagazin "Aktenzeichen XY... ungelöst" am Mittwochabend Ausschnitte des Materials gezeigt hatte, gingen bei den Ermittlern Hinweise auf den Mann ein. Die Fahnder waren an die Öffentlichkeit gegangen, weil sie eine Gefahr sahen, dass der Junge immer noch sexuell missbraucht wird. Andere Ermittlungsmethoden hatten nicht zum Erfolg geführt.
Nach Angaben der TV-Sendung hat die Öffentlichkeitsfahndung schon in mehreren Fällen bei der Suche nach mutmaßlichen pädophilen Straftätern geholfen. Beim BKA gibt es aber auch Fälle, in denen der Täter nicht identifiziert werden konnte. Für Ermittlungen gegen Computerkriminalität und damit auch gegen Kinderpornografie im Internet ist die hessische Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt zuständig. (dapd/dpa)














