Eltern von Mirco: "Wir haben beschlossen, dem Mörder zu vergeben"
Berlin/Grefrath. Die Eltern des ermordeten zehnjährigen Mirco aus dem nordrhein-westfälischen Grefrath haben dem Täter verziehen. "Wir haben beschlossen, ihm zu vergeben", sagte der Vater Reinhard Schlitter der "Welt am Sonntag". "Wenn ich allein meiner Natur als Mensch folgte, könnte ich nur fordern, Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Aber den Mörder zu töten gibt mir keinen Frieden; ihm zu vergeben dagegen schon." Gott sei nach dem Verlust ihr Trost gewesen, sagte Mircos Mutter Sandra. "Mirco hatte seinen Lauf sozusagen beendet. Er ist uns vorausgegangen zu Jesus. Das tröstet uns." Sie und ihr Mann hätten dem Täter auch deshalb verziehen, um die eigenen Herzen zu "entgiften". Die Eltern haben ein Buch geschrieben, das am 6. September erscheint. Die Schlitters, die einer evangelischen Freikirche angehören, schildern darin, wie sie mit dem Unfassbaren fertigwurden.
Mirco verschwand im September 2010 auf dem Heimweg von der Skaterbahn. 145 Tage später wurde er entdeckt: entführt, missbraucht und erdrosselt. Sein Mörder, ein 45 Jahre alter Familienvater, wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.















