Trauer
Legendärer Kriegsfotograf Malcolm Browne gestorben
In Vietnam schoss Browne 1963 eines der berühmtesten Pressefotos des 20. Jahrhunderts, als er bei der Selbstverbrennung eines Mönches dabei war.
New York. Sein Bild des brennenden Mönchs beeinflusste eine ganze Generation: Der Pulitzerpreisträger Malcolm Browne ist tot. Der legendäre Kriegsfotograf starb nach Angaben vom Mittwoch seines früheren Arbeitgebers, der "New York Times", am Montag in Hanover in New Hampshire, nördlich von New York. Browne wurde 81 Jahre alt. Er litt an Parkinson.
Browne war eigentlich Chemiker und hatte dabei zum Beispiel nach einem Ersatz für den Pflanzensaft Chicle gesucht – damals noch Grundstoff für Kaugummi. Bei der Army im Nachkriegskorea sollte er für die Armeezeitung "Stars and Stripes" schreiben – und fand so zum Journalismus. Der Seiteneinsteiger machte erst bei der Associated Press Karriere, bevor er zur "New York Times" ging.
In Vietnam schoss er 1963 eines der berühmtesten Pressefotos des 20. Jahrhunderts, als er bei der Selbstverbrennung eines Mönches dabei war. Dieser hatte sich selbst in Flammen gesetzt, um gegen die Unterdrückung seiner buddhistischen Glaubensbrüder zu protestieren. Das Bild wurde zu einer Ikone der sechziger Jahre. Der damalige US-Präsident John F. Kennedy hatte gesagt, "kein Pressefoto hat weltweit mehr Gefühle ausgelöst als dieses hier". Noch fast 30 Jahre später war es auf der Hülle der ersten Platte von "Rage Against the Machine".
Der Seiteneinsteiger Browne hatte seinen Beruf geliebt. 1993 sagte er, sein Leben sei "fantastisch": "Es bietet die größtmögliche Variation von Erfahrungen. Deshalb bin ich Journalist geworden." (dpa)















