Waffennarr aus der Pfalz
Gerichtsurteil: Drei Jahre Haft für "Pulver-Kurt"
Der Rentner besaß eine der größten illegalen Waffen- und Sprengstoffsammlungen in Deutschland. Jetzt muss er für drei Jahre ins Gefängnis.
Bad Kreuznach. Der als "Pulver-Kurt" bekannt gewordene Waffennarr aus der Pfalz muss für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Bad Kreuznach verurteilte den 64-Jährigen unter anderem wegen Verstößen gegen das Waffen- und das Sprengstoffgesetz am Dienstag zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Der Anwalt des Angeklagten hatte auf eine zweijährige Bewährungsstrafe plädiert, die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft gefordert.
+++ "Pulver Kurt" - Zu Prozessbeginn geständig +++
Der Rentner besaß eine der größten illegalen Waffen- und Sprengstoffsammlungen in Deutschland. In seiner Wohnung und in einer angemieteten Scheune hatte die Polizei im vergangenen Jahr mindestens 100 Kilogramm Sprengstoff, mehrere Maschinengewehre und andere Waffen entdeckt. "Das war eine hochgefährliche Situation hier", sagte der Vorsitzende Richter Bruno Kremer. "Es waren funktionstüchtige Waffen, es waren hochgefährliche Waffen."
Seit den 1970er Jahren sammelte der Rentner Waffen, auch aus dem Zweiten Weltkrieg – für die meisten hat er keine Waffenbesitzkarte. Häufig seien Bekannte oder Freunde zu ihm gekommen und hätten ihn gebeten, ihre alten Waffen aufzubewahren, erzählt der Senior während des Prozesses. Er habe nicht mehr gewusst, was er machen solle. Anfang 2011 stellte die Polizei nach einer Anzeige aus der Dorfbevölkerung das teilweise ungesicherte Waffenarsenal im Wohnhaus und einer Scheune sicher. Der Sprengstoff wurde gezielt von Sachverständigen gesprengt, ein ganzes Dorf musste zwischenzeitlich evakuiert werden. Die Räumungsaktion kostete mehr als 40.000 Euro.
Mit Material von dpa















