28.07.12

Nach Batman-Amoklauf in Aurora

US-Polizei verhindert möglichen Amoklauf in Washington

"Ich bin ein Joker. Ich werde meine Pistole laden und alle in die Luft sprengen", soll der mutmaßliche Amokläufer in Washington gesagt haben.

Washington. Eine Woche nach dem Kino-Blutbad in Aurora hat die US-Polizei einen möglichen Amokläufer festgenommen. Man habe in seiner Wohnung in der Nähe Washingtons zwanzig Gewehre und Pistolen sowie viel Munition gefunden, teilten die Behörden am Freitag mit.

Der Mann, der entlassen werden sollte, habe seinem Arbeitgeber gedroht. Nach Angaben eines Zeugen habe er sich am Telefon als "Batman"-Bösewicht Joker ausgegeben – was die Polizei an den mutmaßlichen Todesschützen von Aurora erinnerte. "Ich bin ein Joker. Ich werde meine Pistole laden und alle in die Luft sprengen", soll er gesagt haben.

Er habe bei seiner Festnahme ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Nicht Pistolen töten Menschen – ich töte sie" getragen, sagte ein Ermittler. Der Festgenommene befinde sich zur Untersuchung in einem Krankenhaus.

Der zuständige Polizeichef Mark McGaw sagte, dass es sich vermutlich um eine ernste Gefahr gehandelt habe. "Wir können aber nicht genau ermessen, was wir hier verhindert haben", fügte er hinzu.

Der 24-jährige Kino-Todesschütze James Holmes sitzt unterdessen in Denver im Gefängnis und muss am Montag wieder vor Gericht erscheinen. Dann soll die Anklage gegen ihn verlesen werden. Holmes wird vorgeworfen, vor einer Woche bei einer Vorführung des neuen "Batman"-Films in Aurora (Bundesstaat Colorado) zwölf Menschen erschossen zu haben. (abendblatt.de/dpa)

Chronik: Amokläufe in den USA
Immer wieder haben in den USA Amokläufe am Arbeitsplatz, in Schulen und anderen öffentlichen Orten wie jetzt in einem Kino im US-Staat Colorado für Fassungslosigkeit gesorgt. Im Folgenden eine Chronik der folgenschwersten Fälle der vergangenen Jahre:
16. April 2007: Ein 23-jähriger Student aus Südkorea tötet auf dem Campus der Technischen Hochschule von Virginia in Blacksburg 32 Studenten, zwei Professoren und anschließend sich selbst. 26 Menschen werden verletzt.
5. Dezember 2007: Ein als depressiv bekannter 19-Jähriger erschießt in einem Einkaufszentrum in Omaha im US-Staat Nebraska acht Menschen und anschließend sich selbst. Fünf Menschen werden zum Teil schwer verletzt.
14. Februar 2008: Ein 27-jähriger ehemaliger Student läuft an der Northern Illinois Universität in DeKalb bei Chicago Amok: In einem Hörsaal erschießt er fünf Studenten, verletzt weitere 15 zum Teil schwer und bringt sich schließlich um.
10. März 2009: Im US-Staat Alabama tötet ein 28-jähriger Amokläufer seine Mutter und vier weitere Verwandte und schießt danach wahllos um sich. Insgesamt sterben zehn Menschen, bevor der Täter sich selbst richtet.
3. April 2009: Ein 41-jähriger vietnamesischer Einwanderer richtet in einem Zentrum für Immigranten im US-Staat New York ein Blutbad an. Der Mann tötet 13 Menschen in dem Gebäude in Binghamton, bevor er sich selbst erschießt.
5. November 2009: Ein Psychiater des amerikanischen Heeres tötet auf dem größten Militärstützpunkt der USA in Fort Hood 13 Menschen und verletzt 30 weitere. Der 39-jährige Major erleidet bei einem Schusswechsel mit Sicherheitskräften schwere Verletzungen.
8. August 2011: In einer Kleinstadt im US-Staat Ohio erschießt ein Bewaffneter seine Freundin und sechs weitere Menschen, bevor ihn die Polizei tötet.
13. Oktober 2011: Im Friseursalon seiner Ex-Frau in Seal Beach (US-Staat Kalifornien) erschießt ein Mann acht Menschen. Sechs starben noch am Tatort, zwei weitere erlagen im Krankenhaus ihren Verletzungen.
20. Juli 2012: Bei einer Kinovorführung in Aurora im US-Staat Colorado tötet ein Bewaffneter mindestens 14 Menschen und verletzt 50 weitere.
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