26.07.12Indonesien
Rauchender Affe soll auf Entzug gesetzt werden
Das Orang-Utan-Weibchen "Tori" soll künftig auf einer Insel leben und sich dort das Rauchen abgewöhnen. Besucher warfen ihr Zigaretten zu.
Foto: dapd/DAPD
Orang-Utan-Dame "Tori" soll jetzt Nichtraucherin werden
Jakarta. Affen-Dame Tori muss das Rauchen aufgeben. Ein Zoo in Indonesien hat das nikotinabhängige Orang-Utan-Weibchen auf Entzug gesetzt. Künftig wird die 15 Jahre alte Tori auf einer Insel leben, wo sie ihr Laster aufgeben soll, gab der Zoo am Donnerstag bekannt. Bereits mit fünf Jahren war die Affen-Dame auf den Geschmack gekommen und galt seither als eine Attraktion im Tierpark der Stadt Solo. Besucher warfen ihr Zigarettenkippen ins Gehege und Tori rauchte sie zu Ende.
Ihr neues Zuhause teilt sie mit ihrem Partner, dem 16-jährigen Orang-Utan-Männchen Didik. Ihre kleine Insel zählt fünf Bäume und liegt mitten in einem See auf dem Zoogelände. Es sei der "ideale Platz" für sie, sagte Zoo-Direktor Lilik Kristianto. (dpa)
Die Spuren des Menschen - Meilensteine aus sechs Millionen Jahren
Als Homo sapiens (verständiger Mensch) ist der Mensch heute die einzige lebende Art aus der Familie der Hominiden (Menschenartigen).
Die meisten Hominiden sind jedoch keine direkten Vorfahren des Menschen, sondern starben wie der Neandertaler als Seitenlinie der Evolution aus.
In der folgenden Auflistung einiger spektakulärer Ausgrabungen ist jeweils das Alter der Fundstücke angegeben. Die Lebensspanne der einzelnen Arten überschnitt sich.
7 bis 6 Millionen Jahre - Sahelanthropus tchadensis: Dieses bislang älteste bekannte Mitglied der Menschenfamilie entdeckt ein Forscherteam aus Frankreich und dem Tschad im Juli 2001 in der Sahel-Zone in Zentralafrika. Der Fund namens Toumaï könnte aus der Zeit der Trennung der Affen- und Menschenartigen (Hominiden) stammen. Nach späteren Untersuchungen ähnelte er frühen Menschen mehr als den Menschenaffen.
6 Millionen Jahre - Orrorin tugenensis: Französische und kenianische Wissenschaftler finden im Oktober 2000 in der Boringo-Region (Kenia) die Reste des "Millennium-Menschen". Er zeigt deutliche Hinweise auf den aufrechten Gang. In der Fachwelt ist jedoch umstritten, ob er ein direkter Vorfahr des Menschen war.
4,4 Millionen Jahre - Ardipithecus ramidus: Der Fund aus Äthiopien zählt zu den Menschenartigen (Hominiden) und ist weit mehr von den Affen entfernt als bislang vermutet.
3,2 Millionen Jahre - Australopithecus afarensis: Am 30. November 1974 wird in Äthiopien "Lucy" ausgegraben, ein Teilskelett, das als letzter gemeinsamer Vorfahr mehrerer Abstammungslinien von Hominiden gilt.
2,5 - 2,3 Millionen Jahre - Homo rudolfensis: Dieser Mensch hat ein größeres Gehirn als die Australopithecinen und nutzte auch schon Werkzeuge. Er ist möglicherweise einer der direkten Vorgänger des modernen Menschen.
1,8 - 2 Millionen Jahre - Australopithecus sediba: Die in einer Höhle der südafrikanischen Region Sterkfontein gefundenen Fossilien eines Jungen und einer Frau könnten eine Übergangsform zwischen den noch affenartigen Vormenschen (Australopithecinen) und den Frühmenschen darstellen.
1,8 Millionen - 300 000 Jahre - Homo erectus (Javamensch): Mit dem Homo erectus begann eine Wanderbewegung aus Afrika nach Europa und Asien. 1891 entdeckt der Holländer Eugene Dubois einen Javamenschen, der vor 500 000 Jahren gelebt hat. In Georgien finden Forscher seit 1999 mehrere 1,75 Millionen Jahre alte menschliche Überreste, die dem Homo erectus zugerechnet werden.
500 000/780 000 Jahre - Homo heidelbergensis: Im Oktober 1907 wird im Dorf Mauer bei Heidelberg ein rund 500 000 Jahre alter Unterkiefer dieses Menschen ausgegraben. 1995 werden in Gran Dolina (Spanien). 780 000 Jahre alte Überreste von vier Menschen dieser Art und Werkzeuge gefunden. Sie zählen zu den frühesten Menschen Europas, starben wahrscheinlich aber aus.
160 000 Jahre - Homo sapiens: Die bislang ältesten Überreste des modernen Menschen findet ein internationales Forscherteam 1997 in Äthiopien. Die erst 2003 analysierten Schädelknochen erhärten nach Ansicht der Forscher die Vermutung, dass die modernen Menschen in Afrika entstanden sind und sich von dort in die ganze Welt ausgebreitet haben.
120 000 - 10 000 Jahre - Homo floresiensis: Der als "Hobbit" bekanntgewordene, nur ein Meter große indonesische Urmensch war im Jahr 2004 auf der Insel Flores gefunden worden. Es gilt als umstritten, ob er eine eigene Art ist oder ein kleinwüchsiger Homo sapiens.
40 000 Jahre - Homo neanderthalensis: Ein Fund von 1856 in der Feldhofer-Grotte im Neandertal stellt den Beginn der Forschung zur Evolution des Menschen dar. Heute gilt der Neandertaler als ausgestorbene Seitenlinie des Menschen.