20.07.12

Schießerei in Colorado während "Batman"-Aufführung

Mindestens 14 Tote - Polizei untersucht Wohnung des Verdächtigen

Mindestens 50 Menschen wurden verletzt. Laut Behörden kann Zahl der Opfer noch steigen. Ein Verdächtiger befindet sich in Gewahrsam.

Foto: dapd/THE DENVER POST

Bei einer Premiere des Batman-Films "The Dark Knight Rises" in Denver kam es zu einer Schießerei mit mehreren Toten und Verletzten

14 Bilder

Aurora/USA/Berlin. Bei einer Schießerei in einem Kino im US-Staat Colorado sind mindestens 14 Menschen getötet worden. Der Polizeichef der Stadt Aurora, Dan Oates, sagte am Freitag, mindestens 50 Menschen seien bei dem Zwischenfall während einer Vorführung des Batman-Films "The Dark Knight Rises" kurz nach Mitternacht verletzt worden.

Augenzeugen zufolge sei ein Mann mit einem Kanister vor den Kinos aufgetaucht. Sie hätten ein zischendes Geräusch gehört, dann sei Gas ausgeströmt und der Mann habe das Feuer eröffnet, zitierte Oates die Augenzeugen. Die Polizei nahm einen Verdächtigen in Gewahrsam. Sie geht von einem Einzeltäter aus.

Einem Bericht von 9news.com zufolge trug der Bewaffnete eine Gasmaske, als er etwa 15 Minuten nach Beginn der Vorstellung zum Kinosaal 9 gegangen sei, wo "The Dark Knight Rises" gezeigt wurde. Gas sei ausgeströmt, dann das Feuer eröffnet worden. Der Mann habe sich von der Tür um sich schießend die Treppe nach oben gearbeitet. Er sei ganz in schwarz gekleidet gewesen.

Die tödlichen Schüsse begannen nach Angaben von weiteren Augenzeugen rund eine Viertelstunde nach dem Filmstart. . "Er kam über eine Treppe und schoss sofort um sich." Viele Zuschauer hätten zunächst nicht gewusst, ob die Schüsse Teil des Actionfilms waren, berichtete ein anderer Mann dem TV-Sender CNN. "Ich habe zuerst überhaupt nicht begriffen, was los ist", sagte er. "Erst als der Alarm losging, wussten wir, dass etwas faul ist."

+++"Die Leute liefen los und er fing an zu schießen"+++

NBC zitierte eine Augenzeugin, die im britischen Sender Sky News sagte, nach der Schießerei sei in dem Kino Tränengas ausgeströmt. In einem Kinosaal abgefeuerte Kugeln seien in einem benachbarten eingeschlagen. "Viele Leute dachten, die Schüsse seien Teil des Films", sagte Brenda Stuart. Eine Krankenhaussprecherin sagte, mindestens zwei der Verletzten seien in kritischem Zustand.

Nach den tödlichen Schüssen untersucht die Polizei die Wohnung des mutmaßlichen Täters, wie der lokale TV-Sender KUSA am Freitag berichtete. Es werde vor allem nach Sprengstoff gesucht. Vorsorglich seien einige Wohnungen in unmittelbarer Nähe evakuiert worden.

Bereits zuvor habe die Polizei mit einem Roboter das Auto des Verdächtigen auf Bomben oder Sprengstoff untersucht. Bei dem 24 Jahre alten Tatverdächtigen seien zwei Pistolen und ein Gewehr gefunden worden. "Er trug eine schusssichere Weste", berichtete der Sender.

Superheld und Maskenmann: Wovon "The Dark Knight Rises" handelt

Im neuen Batman-Film "The Dark Knight Rises" ist der Bösewicht ein anarchischer Maskenmann. In dem 160 Minuten langen Film, der an diesem Freitag in Amerika anlief und in Deutschland am kommenden Donnerstag (26. Juli) in die Kinos kommt, trifft der dunkle Fledermaus-Mann Batman (zum dritten Mal gespielt von Christian Bale) auf einen maskierten Gegenspieler namens Bane (Tom Hardy).

Bane kontrolliert die Unterwelt von Gotham City. Seine Emotionen versteckt der Bösewicht hinter einer maulkorbartigen Maske. Mit einem Fusionsreaktor als Bombe droht er, Gotham in Schutt und Asche zu legen. "The Dark Knight Rises" ist der dritte Batman-Film des Regisseurs Christopher Nolan und insgesamt seit 1989 der siebte in der Reihe der Batman-Verfilmungen.

Da der Vorgänger-Film "The Dark Knight" (2008) mit der legendären Performance des früh gestorbenen Heath Ledger als Joker zu den erfolgreichsten Werken der Filmgeschichte zählt, gab es um den Start des neuen "Dark Knight"-Films einen großen Hype. In vielen US-Kinos wurden für das düstere Superhelden-Epos Previews bereits um Mitternacht angesetzt. Es gab lange Schlangen vor den Kinos und zum Teil hohe Ticket-Preise.

(dapd/dpa/abendblatt.de)


Denver: Schießerei bei Batman-Premiere
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StepMap Denver: Schießerei bei Batman-Premiere


Chronik: Amokläufe in den USA
Immer wieder haben in den USA Amokläufe am Arbeitsplatz, in Schulen und anderen öffentlichen Orten wie jetzt in einem Kino im US-Staat Colorado für Fassungslosigkeit gesorgt. Im Folgenden eine Chronik der folgenschwersten Fälle der vergangenen Jahre:
16. April 2007: Ein 23-jähriger Student aus Südkorea tötet auf dem Campus der Technischen Hochschule von Virginia in Blacksburg 32 Studenten, zwei Professoren und anschließend sich selbst. 26 Menschen werden verletzt.
5. Dezember 2007: Ein als depressiv bekannter 19-Jähriger erschießt in einem Einkaufszentrum in Omaha im US-Staat Nebraska acht Menschen und anschließend sich selbst. Fünf Menschen werden zum Teil schwer verletzt.
14. Februar 2008: Ein 27-jähriger ehemaliger Student läuft an der Northern Illinois Universität in DeKalb bei Chicago Amok: In einem Hörsaal erschießt er fünf Studenten, verletzt weitere 15 zum Teil schwer und bringt sich schließlich um.
10. März 2009: Im US-Staat Alabama tötet ein 28-jähriger Amokläufer seine Mutter und vier weitere Verwandte und schießt danach wahllos um sich. Insgesamt sterben zehn Menschen, bevor der Täter sich selbst richtet.
3. April 2009: Ein 41-jähriger vietnamesischer Einwanderer richtet in einem Zentrum für Immigranten im US-Staat New York ein Blutbad an. Der Mann tötet 13 Menschen in dem Gebäude in Binghamton, bevor er sich selbst erschießt.
5. November 2009: Ein Psychiater des amerikanischen Heeres tötet auf dem größten Militärstützpunkt der USA in Fort Hood 13 Menschen und verletzt 30 weitere. Der 39-jährige Major erleidet bei einem Schusswechsel mit Sicherheitskräften schwere Verletzungen.
8. August 2011: In einer Kleinstadt im US-Staat Ohio erschießt ein Bewaffneter seine Freundin und sechs weitere Menschen, bevor ihn die Polizei tötet.
13. Oktober 2011: Im Friseursalon seiner Ex-Frau in Seal Beach (US-Staat Kalifornien) erschießt ein Mann acht Menschen. Sechs starben noch am Tatort, zwei weitere erlagen im Krankenhaus ihren Verletzungen.
20. Juli 2012: Bei einer Kinovorführung in Aurora im US-Staat Colorado tötet ein Bewaffneter mindestens 14 Menschen und verletzt 50 weitere.
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