Familiendrama in Leipzig
Mutter wohl an Überdosis gestorben - Sohn verdurstet
Die junge Mutter war den Behörden schon lange als Drogensüchtige bekannt. Ihr kleiner Sohn ist offenbar neben ihrer Leiche verdurstet.
Leipzig. Die 26-Jährige, die mit ihrem zwei Jahre alten Sohn tot in ihrer Leipziger Wohnung gefunden wurde, ist nach Informationen der "Bild"-Zeitung an einer Drogen-Überdosis gestorben. Der Junge sei drei Tage später verdurstet, berichtet die Zeitung (Mittwoch) weiter und beruft sich auf das Obduktionsergebnis. Der Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft wollte den Zeitungsbericht nicht kommentieren. "Die Ermittlungen dauern an", sagte er. "Ein abschließender Obduktionsbericht liegt noch nicht vor."
Die junge Mutter war den Behörden schon lange als Drogensüchtige bekannt. Sie und ihr Sohn wurden vom Allgemeinen Sozialdienst der Stadt betreut. Die Leichen von Mutter und Sohn waren Mitte Juni entdeckt worden, nachdem Nachbarn Fäulnisgeruch bemerkt hatten.
Am Dienstag hatte das Leipziger Jugendamt dem sächsischen Sozialministerium einen Bericht zum Tod des Jungen und seiner Mutter vorgelegt. Das Ministerium will prüfen, ob bei der Betreuung der Familie Fehler gemacht wurden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen den Leiter des Leipziger Jugendamtes, Siegfried Haller, und Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Die Großmutter der 26-Jährigen hatte Strafanzeige wegen Totschlags durch Unterlassung gestellt.

















