"Waldjunge Ray"
Jugendamt: Robin hat betreute Einrichtung verlassen
"Wir werden im Laufe der Woche eine Anzeige wegen Erschleichung von Jugendhilfeleistungen stellen", sagte ein Sprecher des Jugendamts.
Berlin/Hengelo. Der als Schwindler enttarnte "Waldjunge Ray" hat am Montag die betreute Einrichtung des Berliner Jugendamts verlassen. "Wir werden im Laufe der Woche eine Anzeige wegen Erschleichung von Jugendhilfeleistungen stellen", sagte der Sprecher des Jugendamts Tempelhof-Schöneberg, Ed Koch, auf Anfrage. Der aus den Niederlanden stammende Junge, der eigentlich Robin heißt, war bereits bei seiner Aufnahme in dem Heim vor rund neun Monaten volljährig.
Robin war im September 2011 im Roten Rathaus in Berlin erschienen und hatte angegeben, nur seinen Vornamen und sein Geburtsdatum zu kennen und jahrelang im Wald gelebt zu haben. Als mysteriöser "Waldjunge" stellte er die Behörden monatelang vor ein Rätsel.
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Laut einem Bericht der "B.Z. am Sonntag" rauchte Robin gelegentlich Joints und spielte gerne Computerspiele. Er sei eher schüchtern gewesen und selten auf Partys gegangen, sagte ein ehemaliger Freund aus seinem Heimatort Hengelo dem Blatt. Die niederländische Polizei wollte sich am Montag sich nicht zu deutschen Medienberichten über den Jungen äußern. "Wir können nichts zu Dingen aus dem Privatleben sagen", erklärte die Polizei in Hengelo . Der Junge habe kein Verbrechen in den Niederlanden begangen, er sei dort auch nicht zu bestrafen.
Nach Informationen der Tageszeitung "De Telegraaf" (Montag) soll die holländische Botschaft den Jungen so schnell wie möglich zurück in die Niederlande bringen. Das Blatt nannte den Jungen den "lügenden Holländer", in Anlehnung an den "Fliegenden Holländer", eine Oper von Richard Wagner. Die Berliner Polizei wollte sich am Montag nicht mehr zu dem Fall äußern.
Robins ehemaliger bester Freund aus Hengelo sagte der belgischen Tageszeitung "De Standaard" (Montag): "Niemand hat gedacht, dass er sich so eine Geschichte ausdenken könnte." Robin habe eine schwierige Kindheit gehabt. Er habe angefangen, Werbung und PR zu studieren, dies aber abgebrochen, weil es ihm nicht mehr gefallen habe. (dpa)

















