Erdbeben in Norditalien
Falsche Helfer als Diebe im Erdbebengebiet unterwegs
Die Schäden nach der Erdbebenkatastrophe in Norditalien sind verheerend. Manche Menschen nutzen das Chaos und die Angst gnadenlos aus.
Rom. Im Erdbebengebiet in Norditalien verbreiten nicht nur Nachbeben, sondern auch Diebesbanden Angst und Schrecken. Wie die Zeitung "Corriere della Sera" am Freitag berichtete, geben Gauner sich als Katastrophenhelfer aus und gehen in Supermärkten, Läden oder verlassenen Wohngebäuden auf Beutezug. Die Polizei nahm zwei Verdächtige fest.
Die Staatsanwaltschaften in Modena und Bologna leiteten Ermittlungen ein. Eine Masche der Diebe besteht nach diesen Angaben darin, in Supermärkten mit Megafonen Warnungen vor einem neuen Erdbeben ausgeben und zum Verlassen des Gebäudes aufrufen. Das Wirrwarr nutzten sie dazu, möglichst viele Waren aus den Regalen mitzunehmen.
+++ Hohe Erdbebenschäden - Tausende Menschen in Zelten +++
Andere "Sciacalli" (Schakale), wie die Gauner genannt werden, gaben sich als Mitarbeiter des Katastrophenschutzes aus und forderten Bürger zum Verlassen ihrer Wohnungen auf, um dort dann einbrechen zu können. Die Behörden riefen die Bürger auf, sich von den falschen Helfern nicht täuschen zu lassen. Sie wiesen darauf hin, dass Erdbeben nicht vorhergesagt werden könnten.
+++ Kirchen und Fabriken liegen in Trümmern - Pfusch am Bau? +++
In der Region Emilia-Romagna waren am bei einem Erdbeben 17 Menschen getötet worden. Gut eine Woche zuvor hatte es in derselben Gegend bei einem Beben sieben Opfer gegeben. 14.000 Menschen sind infolge der Katastrophe ohne Bleibe. Etwa 3500 Betriebe mussten geschlossen werden. Nach Angaben der Zeitung "La Stampa" wollen wegen der Erdbeben mehr als 3000 ausländische Arbeitskräfte aus dem betroffenen Gebiet in ihre Heimatländer zurückkehren. "Das ist mir hier zu gefährlich geworden", sagte ein 24-Jähriger aus Ghana, der seit drei Jahren in Italien lebt.















