20.04.12

Prozess in Oslo

Massenmörder Breivik von al-Qaida inspiriert

Attentäter Anders Behring Breivik hat sich vor seinem Doppelanschlag von Oslo und Utöya im Internet über Attentate von al-Qaida informiert.

Foto: AFP

Prozess gegen Anders Behring Breivik. Der Massenmörder wirkt müde und angespannt

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Oslo. Fünfter Verhandlungstag in Oslo. Anders Behring Breivik macht noch immer seine Aussage und gesteht dabei, dass er sich für seine grausamen Attentate im vergangenen Sommer von der Terrororganisation al-Qaida inspirieren ließ. "Ich habe viel von al-Qaida gelernt", sagte Breivik am Freitag vor Gericht.

Die Organisation sei so erfolgreich, weil sie "Märtyrer" (Selbstmordattentäter) einsetze. Das Problem mit militanten Islamisten sei aber, dass sie zu sehr auf Sprengstoff und nicht auf Amokläufe mit Schusswaffen setzten. Dennoch habe er die Organisation mehrere hundert Stunden lang im Internet und über Filme studiert und eine Art "al-Qaida für Christen" schaffen wollen.

+++ Überlebende von Utøya: "So macht uns Breivik keine Angst" +++

Für sein Kompendium habe er auch andere Terrororganisationen verglichen. "Die Schwäche der (baskischen Untergrundorganisation) ETA ist, dass sie den Tod fürchten und nicht an das Leben nach dem Tod glauben. Das ist die Schwäche von Marxisten-Bewegungen. Der Vorteil von al-Qaida ist, dass sie Märtyrertum glorifizieren", sagte der Massenmörder.

yUm seine Attentate durchzustehen, habe er sich emotional total abgekapselt, behauptete der 33-Jährige. "Man muss gefühlsmäßig abgestumpft sein, das muss man trainieren." Bis 2006 sei er ein normaler Mensch gewesen. Danach habe er sich über mehrere Jahre "entmenschlicht". Auch seine technische Sprache während der Verhöre sei ein Werkzeug. "Man kann niemanden töten, wenn man mental nicht vorbereitet ist", sagte Breivik. Er sei aber kein Narziss, der vor allem sich selbst liebe. "Ich fühle eine große Liebe für dieses Land. Das ist nicht normal, aber so bin ich."

+++ Kommentar: Nicht zu ertragen +++

Außerdem sei ihm voll bewusst, unfassbares Leid ausgelöst zu haben. Er habe das Leben der Angehörigen und Hinterbliebenen zerstört, sagte Breivik am Freitag ruhig und ohne Reue vor Gericht. "Ich kann nicht behaupten, dass ich ihr Leid verstehe", sagte der 33-Jährige. "Wenn ich das versuchen würde, könnte ich hier nicht sitzen. Dann könnte ich nicht weiterleben."

(dpa/abendblatt.de)
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