Online-Netzwerk
Facebook will künftig Geld von ARD und ZDF nehmen
Das soziale Netzwerk will sich werbefreie Profile künftig wohl mit 50.000 Dollar bezahlen lassen. Für das ZDF kommt das "nicht infrage".
Facebook ist das weltweit größte Online-Netzwerk
Foto: REUTERS
Mainz. Wenn Facebook den Plan in die Realität umsetzt, müssen die gut 20 Millionen deutschen Nutzer künftig auf viele Neuigkeiten von ARD und ZDF verzichten: Das soziale Netzwerk bricht mit der Praxis, öffentlich-rechtlichen Sendern werbefreie Profile zu ermöglichen. „Facebook hat uns signalisiert, für neue werbefreie ZDF-Facebook-Seiten künftig Geld zu nehmen“, sagte der Leiter „Neue Medien“ des ZDF, Eckart Gaddum, in Mainz. Dies komme aber „nicht infrage“.
Wie von zwei mit dem Vorgang beteiligten Personen bei ARD und ZDF unabhängig voneinander verlautete, soll die Werbefreiheit auf Facebook künftig 50.000 Dollar kosten, also knapp 38.000 Euro – und das für jede einzelne Fanseite und Jahr. Facebook äußerte sich am Mittwoch nicht zu dem Vorgang. Das ZDF bedauerte hingegen die Entscheidung des Portals, das kurz vor einem Börsengang steht. Gaddum sagte, für den Mainzer Sender sei die „Kommunikation mit den Followern sehr spannend und anregend“.
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Aus Untersuchungen wisse das ZDF zudem, dass Facebook-Accounts etwa von heute.de „für viele Nutzer eine Art Nachrichtenversorgung ersetzt“. Die neuen Einträge der sogenannte Fanseite von ZDF-„heute“ hatten am Mittwoch knapp 91.000 Facebook-Nutzer abonniert, die der ARD-„Tagesschau“ knapp 94.000 Nutzer. Diese Seiten sollen zunächst werbefrei bleiben – aber nur für ein Jahr.
Das Medienrecht untersagt ARD und ZDF Werbung im Netz strikt. Viele Portale spielen wiederum Anzeigen völlig automatisiert ein. Weil ARD und ZDF ihre Gesichter und Formate unter diesen Bedingungen nicht in den zunehmend beliebten Portalen präsentieren könnten, ermöglichen ihnen einige Betreiber Ausnahmen – darunter auch YouTube.
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Das ZDF kann nun beispielsweise keine Facebook-Seite für die Sendung „Neo Paradise“ anlegen, die sich an junges Publikum richtet. Gaddum erklärte, es werde nach Lösungen gesucht – auch im Gespräch mit Facebook. Ein Umweg könne ein Modell namens „Open Graph“ sein: Es ersetzt die Facebook-Fanseite und wird direkt in eine Webseite integriert. Per „Gefällt mir“-Knopf können Facebook-Nutzer dann auch neue Einträge abonnieren. Eine Seite gibt es dann aber nicht mehr. (dapd)



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